16 04 2012

Unser erster Track in den Hochanden – mehr noch, ein Ausflug dorthin, wo die Zeit scheinbar stehen beibt!

 

Man muss nur wenige Kilometer aus La Paz heraus in die steilen, zerklüfteten Andentäler fahren. Schon ist man weg von der Großstadt, mitten drin in einer anderen Welt. Winzige, einsame Bergdörfer finden wir entlang des Wegs als uns ein Fahrer früh morgens auf Schotterpisten dem Startpunkt des etwa 60km südlich von La Paz gelegenen Takesi Track näher bringt. Der Takesi Track ist einer von unzähligen alten Inka Tracks in den Hochanden, mit denen die Inkas ihre Siedlungen verbanden.

 

Der Fahrer kauft uns noch eine Portion Popcorn, das hier sehr gerne gegessen wird und wirklich doppelt so groß wie unseres ist. Im Übrigen ist alles Gemüse inkl. dieser Mais von erstaunlicher Größe, was offenbar an dem guten Boden und vermutlich nicht so sehr an Düngung liegt. Das ist auch der Grund weshalb hier 3 Mal im Jahr Koka abgeerntet werden kann. Beim Frühstückstisch gibt es übrigens reichtlich Auswahl an Coca-Tee-Sorten, wobei uns bewusst wird, dass wir auch diese harmlosen Dinge besser nicht aus Versehen mit in die USA nehmen, wenn wir Mareikes Bruder besuchen 🙂 

 

Traditionell gekleidet in ihrem Chola Dress, ihren buten Tragetüchern auf dem Rücken sowie ihren beiden am unteren Ende zusammengeflochtenen Zöpfen, den Kopf bedeckt von dem ebenso typischen geleichmäßig runden, hohen Hut, treiben sie die Lamas oder Vieh auf die teils nur mit spärlichem Gras bewachsenen Andenhänge zum Weiden. Tradition, so scheint es, in einer sehr ursprünglichen Form. 

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Als wir mit dem Auto wegen der schlammigen Straße nicht weiter kommen, müssen wir die letzten 3km bis zum Beginn des Track zu Fuß weitergehen. Dabei überholt uns ein 13-jähriger Junge auf einem gefederten Mountainbike und will so allerhand von uns wissen, u.a. wie es in Deutschland so aussieht. Englisch lernt er in der Schule, lässt er uns wissen.

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Der Track beginnt bei etwa 4.250 m. Der „kurze“ Aufstieg 450 Hm, lässt uns die dünne Luft sofort spüren. Oben auf dem Pass (4.700 m) haben wir nur noch kurz Sonne, dann hüllen uns die Wolken in Nebel.

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An einigen Stellen ist der Inka Track fast ausgebaut wie eine gute, altertümliche Autobahn.

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In magischem Nebel eingehüllt liegt es schließlich vor uns. Eigentlich heißt es Takesi. Aber wir sind uns sicher, dass wir ein anderes Dorf gefunden haben: DAS DORF.

 

 

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Es scheint zwar keiner anwesend, bis auf eine Frau, die wir am Berghang arbeiten sehen, aber diese traditionelle Bauweise erinnert uns sofort an Asterix und Obelix. Vermutlich verkloppen sie gerade ein paar Römer, die ebenfalls in dieser Gegend ansässig sind – in einer Gegend, in der die Zeit scheinbar stehen bleibt.

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Unser Weg bahnt sich weiter entlang dieser zauberhaften Andenwelt. Wir steigen den Rest des Tages kontinuierlich ab. Ab einer Höhe von 3.000 m beginnt hier bereits der subtropische Regenwald. Kaum vorstellbar, aber die Luft wird bereits auf dieser Höhe bedeutend feuchter und es folgen üppig bewachsene Berghänge. Aufgrund des Regens der letzten Tage, verschlammt unser Weg und wir haben teilweise Mühe nicht ständig auszurutschen.

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 An einem kleinen Gehöft, das als Zeltplatz dient, begrüßt uns die heimische Haustierwelt.

Mit Einbruch der Dunkelheit um 19.00 Uhr ist auch für uns das Ende des Tages gekommen. Nach 8 Stunden Wandern in dieser Höhe sind wir hinreichend müde 🙂

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Der nächste Tag wird mit einer 3 1/2 Stunden Wanderung deutlich entspannter. Dennoch haben wir trotz unserer Neuseeland Erfahrungen Schwierigkeiten, diesen reißenden Bergbach zu überqueren.

Es hilft nichts – Schuhe runter und an der extra als Stütze verlegten Baumstämme ab durch die Fluten 🙂

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Am Ende des Track erreichen wir die Mine Chojlla. Ein weiteres Erlebnis gefühlter Filmgeschichte. Man erwartet sofort, dass Indiana Jones auf einem dieser Loren verfolgt von indischen Sektenanhängern hier an uns vorbei schießt.

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Es bleibt aber alles ruhig, nur die Zeit ist eben etwas stehen geblieben. Die Mine dient dem Wolfram-Abbau. Ein netter Arbeiter fährt uns sogar die letzten 3 km im Regen ins Örtchen Yanacachi, von wo aus unser Bus nach La Paz zurückfährt.

 

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