29 01 2012

Da uns beim Schreiben des letzten Artikels die Fähre von Ushuaia nach Puerto Williams (Isla Navarino) beinahe weggefahren wäre, haben wir erst jetzt noch ein paar Bilder für euch eingefügt.



26 01 2012

Wir sind am Ende der Welt angekommen: In Tierra del Fuego, genauer gesagt in Ushuaia. Mit uns ist auch Meike angekommen und beginnt mit uns in Feuerland ihre Reise, um uns ein Stück zu begleiten.

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Und so heißt es auch für Meike: Rein in die Wanderschuhe und rauf auf den Berg 🙂 ! Wir beginnen mit einer zweitägigen Wanderung im Tierra del Fuego National Park.

Tag 1: Ein Bus bringt uns in den Park und wir besteigen den Cerro Guanaco (ca. 970m, allerdings von fast Meereshöhe ausgehend).

Besteigung des Cerro Guanaco

Besteigung des Cerro Guanaco

 

 

 

 

 

 

 

Aussicht auf Beagle Channel und Ushuaia

Aussicht auf Beagle Channel und Ushuaia

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 2: Wanderung entlang des Beagle Channels parkauswärts.

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Entlang des Beagles

Entlang des Beagles

 

 

 

 

 

 

 

 

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24 01 2012

Wir hatten euch bereits hier im Blog über die Größe eines Neuseeländischen Muffins informiert. Hier folgt das fast lächerlich kleine Gegenstück aus Südamerika.

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Im Gegenzug nicht zu verachten die Größe einer südamerikanischen Bierflasche (knapp 1 L). Man setzt eben die Prioritäten anders.

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23 01 2012

Im Folgenden könnt ihr etwas am Künstlermarkt in unserem Viertel San Telmo teilhaben. Grundsätzlich dreht sich in Buenos Aires alles um den Tango:

…mal eine Darbietung mit Partnerin…

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…oder auch mal ohne…

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Der Markt selbst…

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Und nebendran immer mal wieder schöne alte Fassaden und Läden…aus einer Zeit, in der Argentinien einen Wohlstand im Vergleich zu anderen Ländern genoss, wie Deutschland heute…

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Bitte verratet sie noch keinem – es gibt sie aber bereits!! Wir haben nach der Agenda 2010 der deutschen Sozialdemokratie den Nachfolger auf dem Künstlermarkt in San Telmo entdeckt. Allerdings sucht die SPD noch einen Kandidaten, der zwar vieles richtig macht, aber anschließend dafür abgewählt werden will. Es wird vermutet, dass die linke Szene in San Telmo als Feldversuch genutzt wird…

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Und er hatte vermutlich nur wieder einmal den falschen Kurs gesetzt – mit einem Kompass der nicht nach Norden zeigt – , schließlich gehört er in die Karibik…

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Ach ja, und hier unser Hostel…Weltreise_Teil 4_Argentinien_Chile_02_ 001

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23 01 2012

Buenos Aires Aufenthalt vom 14.-20. Januar:
Unser Buenos Aires Aufenthalt beginnt direkt mit einem freudigen Wiedersehen. Maria und André haben während ihres Chile-Argentinien-Urlaubs ebenfalls 3 Tage Buenos Aires eingeplant. Und so erleben wir gemeinsam die Steak Restaurants, Kneipen, Künstlermärkte, Straßentangotänzer und argentinische Live Musik einer pulsierenden Stadt, die ganz offensichtlich niemals schläft. (Danke nochmals ihr beiden – war super, dass wir uns hier getroffen haben – und euch eine gute Weiterreise!!)

Vor 21 Uhr sind die Restaurants noch fast leer und die Party steigt frühestens um 23 Uhr – geht dann aber auch bis zum Morgen, ganz nach spanischen Grundsätzen. Das Ganze – und das ist dann doch das besondere daran – ist unabhängig vom Wochentag. Umgewöhnen ist angesagt, schließlich war in Neuseeland um 22 Uhr, bei Todesstrafe, absolute Ruhe in den Hostels. Unser Hostel kennt so etwas nicht und somit läuft die Musik täglich bis mindestens 24 Uhr, Montagnacht auch mal bis um 3 Uhr; zum Leidwesen von Björn, der ab jetzt auch wieder Flaschenwasser zum Zähneputzen nutzt. Im Übrigens ist das Hostel aber ein sehr schönes Plätzchen mit gemütlichem Innenhof und einer Menge verrückter Backpacker. Am Donnerstag wird ordentlich für die ganze Mannschaft gegrillt.

An diesen Tagen passiert sonst außer kleineren Stadtspaziergängen etc. nicht viel ; wir nutzen insbesondere die Zeit, um uns in Ruhe in das Land und v.a. unser Folgeziel Patagonien und Feuerland einzulesen.



20 01 2012

Könnt ihr euch vorstellen, was uns die ganze Zeit in Buenos Aires durch den Kopf geht, wenn wir diese Fahne sehen:

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Müller, Klose, Friedrich, Klose oder anders ausgedrückt – 4:0

😉



20 01 2012

Unser Weg von NZ nach Buenos Aires oder wieder einmal so viel zum Thema: „Sometimes you win – sometimes you lose“

Unsere Fahrradverschickung (we won):

 

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Da wir in NZ wie berichtet erfahren mussten, dass sich der Versand in die Heimat mit über 600€ pro Rad nicht mehr lohnen würde, waren wir gezwungen, andere Wege auszuknobeln, wollten wir doch vermeiden, sie in NZ zu verkaufen. Schließlich sind sie uns mittlerweile ans Herz gewachsen. Zur Erinnerung – wir hatten Björn’s Rad mit der selben Post von Deutschland aus für 135€ down under verschickt und auch der Seerücktransport hätte die Preise nicht verbessert, allerdings durch Selbstabholung beim Zoll in Hamburg einiges verkompliziert.

Also haben wir in diversen Telefonaten folgenden Weg ausgetüftelt, der uns sogar erlaubt hat, die Pakete mit über 23 Kg (üblich im internationalen Flugverkehr) zu beladen und so noch einiges mehr nach Hause zu schicken:
 

Strecke 1: Mitnahme auf unserem Flug Christchurch – Auckland
Strecke 2: Mitnahme auf unserem Flug Auckland – Los Angeles
Strecke 3: Versand per Post von Los Angeles bis direkt vor die Haustür

 

Strecke 1 hat uns pro Rad nur 40€ gekostet, schließlich transportieren die Neuseeländer auch gerne ihre Surfbords im Flugzeug. Die Air NZ ist also vergleichsweise günstig bei Sportgepäck.
Strecke 2 hat uns am Quantasschalter in Auckland eine längere Diskussion über die Interpretation ihrer Internetseite und einen zwischenzeitlich befürchteten Verlust der Räder eingebracht. In Diskussion waren über 1.000€ oder ca. 80€ pro Rad. Es versteht sich von selbst, dass nur letzteres akzeptabel war. Als die dennoch netten Damen ihre eigene Webseite akzeptierten, haben sie uns überraschenderweise die Kosten am Ende dann komplett erlassen, obwohl wir uns am Vortag noch bei 80€ einig waren – warum ist unklar, vielleicht aus Kulanz über die lange Streiterei. Was auch immer – uns hat es gefreut – danke Quantas.

Strecke 3 begann zunächst damit, dass uns ein netter Hertz-Shuttlebus vom Flughafen kostenlos zur Hertzautovermietung gebracht hat, die gegenüber der nächsten Poststation lag. Doch nicht genug, als wir fragen, ob wir die dortigen Trollies für die 400m zur Post ausleihen dürfen, wird das zwar verneint. Aber als sich die nette Managerin unsere Story aus Neuseeland anhört, ruf sie direkt einen Fahrer samt SUV, der uns nicht nur zur Post, sondern auch danach kostenlos ins Hotel fahren soll. Bei der Post angekommen, entlassen wir ihn dann doch aus seinem Dienst, weil es dort wegen zu großer Pakete nochmals Schwierigkeiten beim Versand gibt. Schließlich drückt aber auch der dortige Postbeamte ein Auge zu – ansonsten hätten wir doch noch mit einem Logistikunternehmen zu einem deutlich höheren Preis verschicken müssen. Preis somit pro Bikekiste: 170€. Die Räder sollen gemäß online Nachverfolgung heute schon in Deutschland sein.

 

Unsere Weiterreise nach Buenos Aires (we lost):


Unser Taca Flug, der mit jeweils zweistündiger Zwischenstation in El Salvador und Lima nach Buenos Aires durchgebucht war, hatte bereits in LA eine zweistündige Verspätung. Die Bordelektronik streikte beim Verlassen des Gates und wir wurden wieder dorthin zurückgekarrt. Somit waren alle anderen Flüge verloren und wir wurden in San Salvador immerhin kostenlos in einem Interconti samt Abendessen und Frühstück untergebracht. Leider haben sie die Minibar abschließen lassen 🙂 Nebenbei verlangte Taca in Los Angeles, dass wir ein Ausreiseticket vorzeigen, weil uns sonst die Argentinischen Behörden wieder zurückschicken würden – was natürlich in Argentinien trotzdem keinen interessiert hat. Also mussten wir ein erstattungsfähiges Ticket für 1.000$ kaufen, in der Hoffnung, dass wir das Geld wiedersehen. Daher Taca Airline 🙁



12 01 2012

Am 11.1. ist unser zweieinhalbmonatiger Neuseelandaufenthalt mit dem Weiterflug nach Los Angeles zu Ende gegangen. Wir sind um 15.30 Uhr nachmittags losgeflogen und um 06.30 Uhr morgens am selben Tag in LA angekommen. Hinter uns liegen viele sportliche und ereignisreiche Wochen, von denen wir für euch noch einmal ein paar wesentliche Dinge zusammenfassen möchten.

Etwas Statistik:
Unsere Radstrecke, die ihr auf der Karte bestimmt verfolgt habt, erstreckt sich über insgesamt 2.178 km und 11.730 Höhenmeter. Den Everest haben wir also schon „überfahren“. Gewandert sind wir in der Zeit 196 km bei 6.970 Höhenmetern. One for the road!

Bei diesem Kalorienverbrauch fährt man ganz schnell die Kalorienzufuhr automatisch hoch. So gab es zum Frühstück entweder mindestens eine halbe Packung Toastbrot oder auch mal locker ein ganzes Sauerteigbrot 🙂 Zum Abendessen gab es nach einem langen Rad- oder Trekkingtag mindestens 400g Nudeln plus Gemüsebeilage, Shrimps o.ä. In Neuseeland kann man seine Kochkünste in den gut ausgerüsteten Hostelküchen hervorragend gut ausleben. Fast schon standardmäßig gab es abends beim Kindlebuch lesen eine 250g Tafel Schokolade. One for the food!

Unfälle hatten wir keine, platte Reifen auch nicht, lediglich einen Speichenbruch: One for the bikes!

 

Und hier noch ein letztes Mal etwas Bildmaterial aus NZ:

Unsere Lieblingsschilder:

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Ein gewöhnlicher Down Under Muffin – passend zu unserem Bedarf:

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Unsere Sympathie für NZ:Weltreise_Teil 3_Neuseeland01_ 153

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neuseeländischer Wein ist sehr gut, aber unglaublich teuer:

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Bier ist auch teuer – aber mit irgendetwas muss man den Durst ja löschen – Monteith’s ist das mit dem hoechsten Geschmacks- und Wohlfuehlfaktor:

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Was gibt es schöneres als ein schmackhaftes Abendessen im Sonnenuntergang in den Bergen, für das wir sogar etwas Pinot Noir mitgeschleppt haben:

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Und dann immer wieder Kraft auftanken in den vielen gemütlichen Hostels:

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Wenn Panorama und Wetter stimmen, fährt es sich auch gleich viel leichter – aber auch nur dann 🙂 :

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Das Lieblingswort der Neuseeländer. Hier ist aber auch alles zu jeder Zeit „awesome“ – ganz offensichtlich:

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Das war es aus NZ von uns und unseren Arbeitsgeräten. Wir hoffen, die Berichterstattung hat euch bis hierhin gefallen – One for NZ! One for South America!

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 Zusatz, was den weiteren Verbleib der Räder angeht:


Da es aus NZ in der Tat fünf Mal teuer ist, die Bikes nach Hause zu schicken, als nach NZ hinunter – etwa 600€ pro Rad, also mehr ein neues –, mussten wir uns abenteuerliche Umwege einfallen lassen. Dazu gibt es aus LA die nächste haarsträubende Geschichte.



7 01 2012

Am Neujahrstag starten wir eine letzte Rundfahrt in Neuseeland mit dem Rad rundum die südöstlich von Christchurch gelegene Halbinsel. Diese Halbinsel ist aus zwei Vulkanen entstanden und wenn man die Größe der Krater sieht, die wir sowohl mehrfach überquert haben, als auch am Kraterrand umrundet haben, dann muss das eine unglaublich gigantische Vorstellung gewesen sein. Für die Rundfahrt haben wir jeder nur eine Radtasche mit dem allernötigsten Gepäck mitgenommen. Insgesamt waren es auf den 4 Radfahrtagen nur 218 km, bei allerdings 3.620 Höhenmetern. Folglich haben wir auf jedes Gramm verzichtet, wo möglich. Wir haben dazwischen zwei Ruhetage eingelegt und uns zum Abschluss unserer Neuseelandtage nochmals intensiv kulinarischen Köstlichkeiten hingegeben. Schließlich gab es auch auf dieser Strecke und insbesondere in Akaroa einige Restaurants, die eine hochwertige Küche anbieten und auch einige Produkte selbst herstellen (z.B. exzellente Chorizos oder auch „nur“ ein hervorragendes Sauerteigbrot oder Baguette, wie sie selbst bei uns kaum ein Bäcker mehr backen kann). Eine Wohltat für die Sinne nach den anstrengenden Bergetappen. Den Rest erzählen ein paar Grafik (die euch unser Work-Out ein wenig naeher bringen 😉 ) und einige Bilder.

 

Tag 1

 

 

 

 

 

Erdbebenvollsperrung unter Strafandrohnung mit Gefängnis und 3000$ - leider 2km vor unserem Ziel

Erdbebenvollsperrung unter Strafandrohnung mit Gefängnis und 3000$ - leider 2km vor unserem Ziel

Tag 2

 

 

 

 

 

Bergankunft 2 von 3, auf leichtem Gepäck - All Blacks Fahne am Straßenrand

Bergankunft 2 von 3, auf leichtem Gepäck - All Blacks Fahne am Straßenrand

 

 

 

 

 

 

 

Die Berge im Hintergrund rund um die Buch waren Teil eines gigantischen Vulkankraters

Die Berge im Hintergrund rund um die Buch waren Teil eines gigantischen Vulkankraters

Unsere gemütliche Lodge während der Ruhetage in Akaroa

Unsere gemütliche Lodge während der Ruhetage in Akaroa

Das gemütliche Städtchen Akaroa im Abendlicht

Das gemütliche Städtchen Akaroa im Abendlicht

Tag 5
Die Fahrt entlang des ehemaligen Vulkankraterrands

Die Fahrt entlang des ehemaligen Vulkankraterrands

Tag 6


7 01 2012

Nach Weihnachten haben wir kurzfristig entschieden, Sylvester doch nicht mehr im Mt. Cook Village zu verbringen, sondern weiterzufahren und stattdessen auf der sehr hügeligen Halbinsel vulkanischen Ursprungs südöstlich von Christchurch noch eine Runde mit den Rädern zu drehen. Nebenbei hat unsere Vorausberechnung ergeben, dass wir in Christchurch die Radtour mit etwa 1.900 km abschließen würden. Da wir die 2.000 schon gerne gesehen hätten, kommt uns das entgegen 🙂

Zunächst unsere Stationen nach dem Mt. Cook Village bis Christchurch:

27.12.: Fahrt zum Lake Tekapo (115 km): Der Tag beginnt schon mit einer Katastrophe – kein gutes Omen. Wir haben bislang kein einziges Weihnachtslied hören müssen. Als wir allerdings im Hermitage Hotel unsere Rucksäcke wieder zum Postversand aufgeben, läuft genau das Lied, das seit fast 10 Jahren an Weihnachten rauf und runter läuft – auch ihr kennt es, wir wollen es nicht ausschreiben. Es hat also noch nicht einmal geholfen, dass wir eine Weltreise aufgesetzt haben, um dem zu entkommen.
Die ersten 70 km gehen zwar noch vorbei wie im Flug, aber dann beginnen die Qualen. Bei wolkenlos heißen 34° und wirklich extremem Gegenwind in einer ungeschützten Ebene verlangsamt sich unsere Fahrt auf 6 km/h. Wir sehnen die Abzweigung herbei, die uns wenigstens Seitenwind beschert. Ohne diesen hätten wir uns möglicherweise eine Mitfahrgelegenheit per Anhalter suchen müssen. Zu stark ist der Wind und zu lange die nächste Ortschaft (Lake Tekapo) entfernt, dazwischen gibt es nichts. Als wir am Lake Tekapo ankommen, kaufen wir 6 Cider, 1,5 L Wasser und 3 L Orangensaft. Dazu 2 große Packungen Chips, die den Salzhaushalt wieder in Ordnung bringen. Erst nach 2 Stunden Rehabilitation checken wir im YHA Hostel ein. Wir fühlen uns wie nach einem Marathonlauf.

28.12.: Heute ist Zahltag: Wir fahren nur eine Kurzetappe bis Fairlie (46 km) und das fast nur bergab mit Rückenwind. Was für eine Freude – bislang unsere schnellste Etappe mit durchschnittlich 27 km/h – unglaublich. Neben den üblichen, unzähligen Grüßen der Autofahrer, zwinkert uns heute einer mit seinen ausklappbaren Scheinwerfern zu und am Zeltplatz bringt uns der Familien-Papa vom Zelt nebenan zwei Bier, bevor wir auch nur das Zelt ausgepackt haben. Es gibt sie doch noch – die guten Tage, an denen alles rund läuft 🙂 Sometimes you win, sometimes you lose.
Hierzu noch folgender elementarer Querverweis zu einem früheren Eintrag: Wir haben hier ein weiteres hochentwickeltes Arbeitsgerät der Neuseeländischen Rasenmäherleidenschaft begutachtet. Dieser Rasenmäher wird einzig über zwei Hebel gesteuert. Somit wendet er auf einem Teller, wenn es sein muss, wie bei einem Panzer. Das erhöht natürlich den Männlichkeitsfaktor nochmals signifikant um ein Vielfaches, wenn man dazu verdammt ist, bei den doch eher schnöde wirkenden Dauercampern in Fairlie millimetergenau in jedem Winkel dieser Stellplätze für klar definierte Rasenlandschaften zu sorgen. Da wir leider kein Bild machen konnten, hier eines aus dem Netz:

Rasenmäher mit Panzersteuerung

Rasenmäher mit Panzersteuerung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  29.-31.1.: Die folgende 3 Radfahrtage (insg. 219 km über Geraldine und Rakaia nach Christchurch) geben keine spannenden Erkenntnisse. Für alle, die wie wir auf dieser Strecke einen Teil des Highways 72 fahren sollen, folgenden Hinweis: Nein, auch wenn einem die Straßenschilder etc. suggerieren, dass das eine besondere „Scenic Route“ sein soll – sie ist es nicht – hier ist überhaupt nichts „Scenic“ 🙂 ! Sie ist langweilig und ausschließlich von Getreide und Rübenfeldern geprägt, durchzogen von einigen Rindviechern und hohen windabweisenden Hecken. Für uns war sie allerdings im Vergleich zum viel befahrenen Highway 1, der Hauptroute nach Süden, die autofreie Ersatzroute und somit viel wert. Das einzige was diese Gegend Radfahrern zu bieten hat, ist das, was sie nicht hat: KEINEN EINZIGEN HÜGEL! KEINEN NOCH SO KLEINEN! Dahingehend ein Traum! Vermutlich die einzige Gegend in ganz Neuseeland, die das von sich behaupten kann. Es geht dafür aber auch gerne einmal 20 km gerade aus, dann kurze Wendung, dann wieder 40 km schnurstracks gerade aus 🙂 Der einzige Grund warum einem die langen, geraden Strecken gar nicht so lange vorkommen, liegt schlicht in der ganz offensichtlich bewusst geschickt gewählten Optik: Durch die hohen Hecken links und rechts des Straßenrands laufen diese schon bald für den Betrachter optisch zusammen (Stichwort: Fluchtpunkt; das gleiche wie bei Eisenbahnschienen), so dass es eher aussieht wie ein geschlossener Wald, als wie eine nicht enden wollende Straße. Es sind monotone Routen wie diese, die solche Gedanken erzeugen.

Christchurch begrüßt uns am Ende dieses Tages nicht nur mit dem Neuen Jahr, sondern bereits mit einem ordentlichen Ruckler der Stärke 4,8 am Nachmittag. Die Erde kommt hier nicht zur Ruhe. Im Laufe einer Woche seit Sylvester hat es immerhin 135 Nachbeben gegeben. Man bemerkt allerdings nur die Beben ab Stärke 4. 17 Stück hatten wir davon bereits bis heute und es wackelt dabei schon recht spürbar.
Teile der Innenstadt sind immer noch durch das Beben im Februar 2011 abgesperrt, während die Geschäfte sich drum herum, den Umständen entsprechend, in sehr nette, bemalte Container eingerichtet haben, um wenigstens ihre Umsätze zu erhalten. Die Nachbeben werden zwar durchweg sehr gelassen genommen, wenngleich das öffentliche Leben (die zentrale Restaurant- und Kneipenszene war fast nicht mehr zu finden) und natürlich der Tourismus stark darunter leiden. Es ist schon sehr zu bedauern, was diese Stadt durch macht.