27 04 2012

Bye Bye Bolivia

 

Wie wir bereits geschrieben hatten, hat uns Bolivien eh schon deutlich länger gefesselt als geplant. Da wir bzw. Björn nun einige Erholungstage benötigen, ist es insoweit eine gute Gelegenheit weiter nach Peru zu fahren, bevor wir von diesem Land gar nichts mehr sehen 🙂 . Zeit also Bolivien und insb. dem sehr liebgewonnenen La Paz tschüss zu sagen. Was sind also die großen oder kleinen Eigenheiten, die uns besonders an Bolivien erinnern werden:

–          Bolivien hat eine gelebte und unserer Erfahrung nach friedliche Streikkultur. In La Paz ging fast jeden Tag eine Demo die Hauptstraße hinunter. Mal waren es die Lehrer, mal die Ärzte oder mal wurde in der Hochebene, dort wo wir in Richtung Sajama gefahren sind, 4 Tage die gesamte Straße gesperrt (zum Glück, bevor wir dorthin wollten)

–          An jeder Straßenecke kann man sehr leckeres Popcorn kaufen, das ohne Übertreibung doppelt so groß wie unseres ist

–          Das sozialistische Land hat seine Telefonkosten deutlich besser unter Kontrolle als das (wir vermuten doch mal stark) marktwirtschaftlich orientierte Land Argentinien. Die Minute nach Europa kostet hier 6 Cent, in Argentinien wollte man ca. 1€. Fragt man sich, wer das ganze Geld bekommt? Es lebe das Monopol 🙂

–          Bolivien wird der Zukunftsmarkt für die Heizungsbranche. Wer hier infrastrukturlose Lösungen entwirft, wird Milliardär. So etwas wie Wireless Heating.

–          Bolivien hat eine Bergwelt, die ist einfach nur „wow“!!!!

–          Bolivien sollte sich der Filmwelt öffnen. Hier hätten schon viele Filme gedreht werden können

–          Wenn man die unzähligen personalintensiven (Kleinst-)Gewerbe sieht (zig Reifenverkäufer, Marktstände, Millionen Kioske, Autoteileverkäufer etc.) aufgereiht einer am anderen in ihren jeweiligen Vierteln), dann muss man feststellen, dass in diesem sozialistischen Land ein größerer Wettbewerb herrscht als bei uns, wo man in vielen Branchen durch Konzentration ständig Marktmissbrauch befürchten muss. Das große Problem dabei sind die sichtbaren Ineffizienzen, die durch völlige Atomisierung der Betriebe entstehen, die es – so scheint es für uns – kaum mehr möglich machen können, gut zu verdienen, bzw. geeignet sei können, einer Volkswirtschaft Produktivitätsfortschritte zu ermöglichen. Ein Beispiel: Ein kleiner Supermarkt würde zwar dafür sorgen, dass vermutlich hundert Kleingewerbetreibende ihren Job verlieren. Er würde aber einen deutlichen Produktivitätsfortschritt durch einheitliche Belieferung, bessere Qualität etc. ermöglichen und für die gleiche Verteilung von Waren vielleicht nur noch 20 Menschen benötigen. Das Problem dabei: die übrigen 80 dieser Bildungsschicht haben hier möglicherweise nicht die Bildungsmöglichkeiten in andere Berufe zu gehen. Auf der einen Seite hält es also alle immerhin auf niedrigem Niveau in Arbeit. Auf der anderen Seite hemmt es den Fortschritt.

–          Außenspiegel halten sich hier nicht an die gängigen Regeln der Physik. Die knallen nicht gegeneinander, um dann abzufallen. Die beamen sich gegenseitig durch sich durch. Ansonsten wäre es nicht zu erklären, wieso in hundert Situationen, in denen wir die sichere Kollision vermuteten, nichts passiert ist. Vielleicht liegt das an der Höhe.

–          Die Menschen sind sehr hilfsbereit,  freundlich und entspannt !!!

–          Wir kommen wieder – weil es hier noch so viel mehr zu entdecken gibt!

 

So ihr Lieben, das war es mit ein paar ernsten und ein paar hoffentlich amüsanten Eindrücken aus Bolivien. Klares Fazit: Man muss wieder den sog. Kulturschock überwinden. Aber nach ein paar Tagen, ist man auch hier angekommen. Dann ist Bolivien in jeder Hinsicht ein großartiges und spannendes Land.

Wir sind mittlerweile in Cuzco (Peru) angekommen, um uns den Macchu Picchu anzusehen.



27 04 2012

Erschöpfungszustände im Sajama Nationalpark

 

Nachdem Björn letzten Donnerstag vom Huayna Potosi zurückkam, haben wir, auf der Suche nach einer 6.000er-Strategie für Mareike, bereits für Samstag eine neue Tour zusammengestellt. Dieses Mal wollen wir die Akklimatisationstufe von sonst La Paz (ca. 3.600m) auf über 4.000 legen, um eine bessere Ausgangssituation für ihre erfolgreiche 6.000er Besteigung zu haben.

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Auf Empfehlung unseres deutschen Tour Operators vom Huayna Potosi entscheiden wir uns für den Acotango (6.069m) – der zweite Gipfel von links im Bild. Der Acotango ist im Vergleich zu den teilweise sehr steilen Passagen des Potosi ein relativ flach ansteigender Vulkan im Sajama National Park an der Bolivianisch-Chilenischen Grenze.

 

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Das Gebiet haben wir bereits einmal von Arica (Chile) kommend passiert und dort liegt auch der höchste Berg Boliviens, eben der Sajama (6.542m).

 

  

 

Im Rahmen einer 4-Tages-Tour wollen wir also am zweiten Tag eine kleine Akklimatisationstour am Sajama machen, den dritten wieder ausruhen und am vierten Tag den Acotango besteigen. Übernachtet wird dazu im höher gelegenen Sajama Village (ca. 4.200m), einer kleinen Siedlung mit zwei Lodge Möglichkeiten und vielen Llama und Alpaca Herden.

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Als wir nach 5 stündiger Fahrt von La Paz aus ankommen, erwarten uns diese süßen kleinen Lodges. Wieder einmal fühlt man sich wie in einer anderen Zeit – oder vielleicht eher wie bei den Schlümpfen. Das einzige Problem dabei. Die hatten keine Heizung – wir haben keine Heizung! Und dass, obwohl die Hochebene dort auch aufgrund ihrer etwas trockeneren Lage noch einmal deutlich kälter ist als beispielsweise La Paz. Man muss zwar dazu sagen, dass in Bolivien unserer Einschätzung nach niemand in diesen Lehmziegelbauten eine Heizung hat, aber das hilft uns nicht weiter 🙂 es ist einfach bitter kalt und daher haben wir inkl. unserer Schlafsäcke alles dabei was irgendwie warm hält.

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Am zweiten Tag treffen wir nach dem Frühstück einen Guide, der uns von einer Anhöhe von 4.400m den Sajama hinaufführt. Am Base Camp (ca. 4.900m), nicht viel mehr als ein kleiner Steinwall und eine windgeschützte gemauerte Kochstelle, das die Sajama Besteiger als erste Übernachtungsstelle nutzen, machen wir kurz Pause.

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Anschließend steigen wir mit Steigeisen noch ein Stück weiter bis 5.200Hm auf. Hier machen wir kehrt, da die Tour bereits lang genug ist und es danach in einen anderen Abschnitt geht, der noch lawinengefährdet ist. Bis zum Hochlager auf 5.600m kommt man daher eh nicht. Viel weiter wäre Björn auch nicht mehr gegangen, da er mittlerweile deutlich die Belastungen aus den beiden Potosi Besteigungen spürt.

 

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Nach 6 ½ Stunden erreichen wir wieder unseren Fahrer, der uns in unser kleines „Schlumpfdorf“ bringt. Wir ordern sofort eine große Flasche Cola und stärken uns mit Schokolade – alles für Björn mittlerweile dringend benötigte Sofortenergie 🙂 – während uns die letzten Sonnenstrahlen vor der Hütte ein klein wenig warm halten. Dann schirmen Wolken die letzte Wärme ab.

 

In der Hütte ist es aber immer noch erheblich kälter als draußen und so versetzt einem der kalte Steinboden einen weiteren gefühlten Sofortenergieentzug auf dem Weg zur sparsam warmen Dusche. Im Schlafsack angekommen, reagiert Björns Körper mit Schüttelfrost und Fieber. Die Anstrengungen in der Höhe der letzten Tage, der Santiago Marathon, der nur 3 Wochen her ist und die allesdurchdringende Kälte zollen Tribut. Und so bleibt uns nichts anderes übrig, als am nächsten Tag nach La Paz zurückzufahren. Ordentliche Kalorienzufuhr und Ausruhen ist unverzichtbar geworden. Das Projekt Acotango wird fallengelassen.

 

Unsere Erfahrungen:

Es ist in Teilen schwer vorstellbar, dass die Anstrengung in dieser Höhe so viel höher ist, als z.B. in den Alpen, allein deswegen, weil sich das ganze tägliche Leben bereits auf fast 4.000m abspielt. Man ist gut akklimatisiert und merkt gar nicht so sehr, dass der Körper bei den noch höheren Touren doch enorm mehr Energie verbrennt und nicht nur mehr Kalorien sondern v.a. auch längere Ruhepausen braucht. Die eigene Fitness gleicht das eine Weile lang aus, man geht das mit, bis der Körper einem dann doch Warnsignale sendet. Also wieder piano – auch wenn einen die Gipfel noch so reizen.



25 04 2012

Auf dem Gipfel des Huayna Potosi (6.088m)

 

Während Mareike mit dem Koch in Laufe des Tages absteigt und nach La Paz zurückfährt, konnte Björn den Guide um einen Tag verlängern. Da es auf der unbeheizbaren Hütte 7 Grad kalt ist, wechseln sich Schlafsackaufenthalt und Teetrinken regelmäßig ab. Trotzdem kostet die Kälte viel Energie. Während die anderen 4-5 Teams bereits zwischen  1 und 1.30 Uhr losgehen, gehen wir wieder erst gegen 2 Uhr los. In einem Spurt, der mich im Nachhinein an anderer Stelle viel Kraft kosten sollte, haben wir allerdings alle anderen Teams auf dem Weg nach oben überholt.

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So erreichen wir nach 3.50h und etwas über 900Hm den Gipfel des Huayna Potosi um 5.41 Uhr, kurz bevor die Sonne am Horizont aufgeht.

 

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Die Anstrengung über die gesamte Zeit und besonders bei der Geschwindigkeit war sehr hoch und wäre in dem Tempo ohne das Marathontraining auch nicht zu halten gewesen; genau genommen war ich nach der Rückkehr so K.O. wie nach einem Marathon. Schlauer wäre gewesen, ich hätte auf ein etwas langsameres Tempo bestanden.

 

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Nach Sonnenaufgang, der endlich auch viel Wärme und Leben in Finger und Füße mit sich bringt, zeigt sich erst die ganze Schönheit der umliegenden Bergwelt. Immerhin war der gesamte Aufstieg im Dunkeln, da die Sonne am Potosi den Schnee ziemlich schnell erwärmt und ein längerer Aufstieg ohne zusätzlichen immensen Kraftaufwand gar nicht möglich wäre. Man blickt hinunter auf eine Unmenge an kleinen Berggipfeln des Massivs der Cordillera Real, die sich jetzt in ständig wechselnden Lichtverhältnissen offenbaren.

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Und es offenbart sich auch der Weg zum Gipfel selbst, den man die ganze Zeit im Vertrauen auf den Guide gegangen ist. Hier ein Rückblick beim Abstieg auf die übrigen Teams am Gipfel. Der Rückweg an sich ist zwar nicht unanstrengend, aber eine Wohltat im Vergleich zum Aufstieg und so sind wir nach 2 Stunden auch wieder unten in der Hütte auf 5.200m, bevor wir vollends zum Ausgangspunkt auf 4.800m absteigen.

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Hier noch einmal der Berg in seiner Frontansicht, wie wir ihn damals auf dem Weg zum Chacaltaya sehen konnten. Der Aufstieg erfolgt entlang der rechten Flanke. Für die letzten 150Hm wechselt der Aufstieg auf der Rückseite des Berges auf die linke Flanke.

 

 

 

Meine Erfahrung:

Zur Geschwindigkeit in der Höhe folgende Angaben für euch zur besseren Einschätzung, womit in dieser Höhe so zu rechnen ist:

200Hm pro Stunde sind eine sehr ordentliche Zeit und vermutlich auch nur mit guter Fitness zu erreichen. Das hängt natürlich auch immer davon ab, wie steil die Anstiege jeweils sind. Die meisten Touristen benötigen hier am Berg etwa 4 ½ bis 6 Stunden.

Nur zum Vergleich ein Wert, den wir in Neuseeland auf dem Routeburn Track erreicht haben. Dort haben wir beide mit vollem Gepäck für 3-4 Tage an einem 900m Anstieg 1,5 Stunden benötigt. Aber eben auch nur in der Klasse von 100m auf 1.000m.

Ab etwa 5.800m kann man sagen, bedeutet jeder Schritt ein tiefes Ein- und Ausatmen bevor der nächste kommt.



25 04 2012

Kehrtwende am Huayna Potosi

 

Der Huayna Potosi (6.088m) ist einer der Hausberge rund um La Paz. Und er ist unser erstes Ziel für einen 6.000er. Er ist technisch einfach zu besteigen, was aber längst nicht bedeutet, dass das Ganze ein Spaziergang ist. Mit über 10 Tagen Akklimatisierungszeit in La Paz und Umgebung halten wir uns für gerüstet. Und so engagieren wir uns einen zertifizierten Guide, einen Fahrer und Koch – so ist das hier üblich auf den Besteigungen – und los geht’s.

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Auf 4.800m werden wir abgesetzt. Es gibt dort noch ein Mittagessen und anschließend steigen wir mit unserem Gepäck knapp 350m zum Hochcamp auf.

 

 

 

 

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Das Hochcamp liegt auf 5.130m liegt. Das hört sich nicht viel an, ist aber bereits ein erster Test für den zweiten Tag. Das Wetter ist entgegen der Vorhersage ziemlich mies und teilweise schneit es auch und so kommt bereits unsere Schlechtwetterausrüstung zum Einsatz.

 

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 Für uns läuft dieser erste Teil problemlos, manch anderer kommt bereits nach Luft schnappend oben an und versucht den weiteren Gipfelanstieg am nächsten Tag gar nicht mehr.

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Zum Sonnenuntergang und kurz vor dem Zapfenstreich um 19 Uhr klart der Himmel doch noch auf und zeigt uns einen Ausschnitt der umliegenden Bergwelt. Wir haben keinerlei Kopfweh oder anderweitige Anzeichen von Höhenkrankheit. Was sollte also morgen noch schief gehen.

 

 

Nach 5 Stunden Schlaf stehen wir um 1 Uhr früh wieder auf. Nach kleinem Frühstück wird die volle Montur, bestehend aus warmer Kleidung, Wind-und Wetterschutz, Gamaschen, Steigeisen und Gurt angelegt. Draußen ist es kalt, wenngleich nicht ganz so kalt wie befürchtet, denn nachts haben Wolken den Berg wieder vollständig eingehüllt. Es windet glücklicherweise fast nicht, dafür schneit es stark. Bei Björn läuft es vermutlich aufgrund der Marathonvorbereitung gut. Mareike hat aber bereits nach 100Hm keine Kraft mehr in den Beinen und „wenig Luft in der Lunge“ – trotz der absolut problemlosen Vortagesetappe. Und so stapfen wir im Neuschnee noch weitere anstrengende 350Hm höher, bis wir auf 5.600m aufgeben und umdrehen müssen. Bei jeder Belastung fühlt es sich an wie eine Übersäuerung der Muskeln, sprich sauerstoffarmer anaerober Bereich – was es vermutlich auch ist. Sobald wir anhalten bzw. umdrehen, verschwindet das Gefühl sofort. Nur höher geht es heute nicht mehr und so erreichen wir gegen 6.30 Uhr wieder die Hütte und schlafen noch eine Runde. Mit uns sind noch einige umgekehrt bzw. gar nicht erst gestartet.

 

Unsere Erfahrung:

Offensichtich kann sich der Einfluss der Höhe von einem auf den anderen ganz deutlich verschieben. In den Alpen geht man mal heute hier und morgen dort auf eine Tour, ohne dass das eine allzu große Rolle spielt. Wir vermuten allerdings noch, dass eventuell auch die Atemtechnik dazu beigetragen haben könnte, denn bei einer darauffolgenden Tour haben wir hierbei Fortschritte gemacht. Es ist sicher sinnvoll, aktiv ein gutes Stück tiefer einzuatmen, als der Körper einem im Atemreflex vorgibt, weil er, sofern er in der Höhe nicht vollständig akklimatisiert ist, denkt, er braucht gar nicht so viel Luft – was bei der Anstrengung aber nicht standhält.

 

Was sehr gut geklappt hat, war unsere generelle Akklimatisierung. Wir hatten zu keiner Zeit Anzeichen der Höhenkrankheit wie Übelkeit, Magenverstimmung oder Kopfweh. Entgegen der „Vorhersagen“ haben wir auch auf der Hütte auf 5.200m hervorragend geschlafen 🙂



25 04 2012

17.4.-24.4. Eine Woche mit verschiedenen Hochgebirgstouren – und vielen Lerneinheiten…

 

Was ist alles passiert: Kehrtwende am Huayna Potosi, Auf dem Gipfel des Huayna Potosi, Erschöpfungszustände im Sajama-Nationalpark, Bye Bye Bolivia

 

Zu jedem dieser Geschichten folgen einzelne Einträge, um es für euch etwas übersichtlicher zu halten. Am Ende haben wir unsere Erfahrungen aus der jeweiligen Tour hinzugefügt. Das ist dann aber nicht als neue wissenschaftliche Errungenschaft zu verstehen und vermutlich kann man das auch in vielen Büchern lesen. Es ist lediglich Teil unserer zwar anstrengenden aber durchaus interessanten körperlichen Erfahrungen in dieser Höhe, die man in Teilen vermutlich immer auch erst einmal selbst machen wird, bevor man beurteilen und einschätzen kann, was andere schon einmal irgendwo aufgeschrieben haben – ihr werdet es ja gleich sehen, was gemeint ist.



16 04 2012

Unser erster Track in den Hochanden – mehr noch, ein Ausflug dorthin, wo die Zeit scheinbar stehen beibt!

 

Man muss nur wenige Kilometer aus La Paz heraus in die steilen, zerklüfteten Andentäler fahren. Schon ist man weg von der Großstadt, mitten drin in einer anderen Welt. Winzige, einsame Bergdörfer finden wir entlang des Wegs als uns ein Fahrer früh morgens auf Schotterpisten dem Startpunkt des etwa 60km südlich von La Paz gelegenen Takesi Track näher bringt. Der Takesi Track ist einer von unzähligen alten Inka Tracks in den Hochanden, mit denen die Inkas ihre Siedlungen verbanden.

 

Der Fahrer kauft uns noch eine Portion Popcorn, das hier sehr gerne gegessen wird und wirklich doppelt so groß wie unseres ist. Im Übrigen ist alles Gemüse inkl. dieser Mais von erstaunlicher Größe, was offenbar an dem guten Boden und vermutlich nicht so sehr an Düngung liegt. Das ist auch der Grund weshalb hier 3 Mal im Jahr Koka abgeerntet werden kann. Beim Frühstückstisch gibt es übrigens reichtlich Auswahl an Coca-Tee-Sorten, wobei uns bewusst wird, dass wir auch diese harmlosen Dinge besser nicht aus Versehen mit in die USA nehmen, wenn wir Mareikes Bruder besuchen 🙂 

 

Traditionell gekleidet in ihrem Chola Dress, ihren buten Tragetüchern auf dem Rücken sowie ihren beiden am unteren Ende zusammengeflochtenen Zöpfen, den Kopf bedeckt von dem ebenso typischen geleichmäßig runden, hohen Hut, treiben sie die Lamas oder Vieh auf die teils nur mit spärlichem Gras bewachsenen Andenhänge zum Weiden. Tradition, so scheint es, in einer sehr ursprünglichen Form. 

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Als wir mit dem Auto wegen der schlammigen Straße nicht weiter kommen, müssen wir die letzten 3km bis zum Beginn des Track zu Fuß weitergehen. Dabei überholt uns ein 13-jähriger Junge auf einem gefederten Mountainbike und will so allerhand von uns wissen, u.a. wie es in Deutschland so aussieht. Englisch lernt er in der Schule, lässt er uns wissen.

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Der Track beginnt bei etwa 4.250 m. Der „kurze“ Aufstieg 450 Hm, lässt uns die dünne Luft sofort spüren. Oben auf dem Pass (4.700 m) haben wir nur noch kurz Sonne, dann hüllen uns die Wolken in Nebel.

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An einigen Stellen ist der Inka Track fast ausgebaut wie eine gute, altertümliche Autobahn.

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In magischem Nebel eingehüllt liegt es schließlich vor uns. Eigentlich heißt es Takesi. Aber wir sind uns sicher, dass wir ein anderes Dorf gefunden haben: DAS DORF.

 

 

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Es scheint zwar keiner anwesend, bis auf eine Frau, die wir am Berghang arbeiten sehen, aber diese traditionelle Bauweise erinnert uns sofort an Asterix und Obelix. Vermutlich verkloppen sie gerade ein paar Römer, die ebenfalls in dieser Gegend ansässig sind – in einer Gegend, in der die Zeit scheinbar stehen bleibt.

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Unser Weg bahnt sich weiter entlang dieser zauberhaften Andenwelt. Wir steigen den Rest des Tages kontinuierlich ab. Ab einer Höhe von 3.000 m beginnt hier bereits der subtropische Regenwald. Kaum vorstellbar, aber die Luft wird bereits auf dieser Höhe bedeutend feuchter und es folgen üppig bewachsene Berghänge. Aufgrund des Regens der letzten Tage, verschlammt unser Weg und wir haben teilweise Mühe nicht ständig auszurutschen.

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 An einem kleinen Gehöft, das als Zeltplatz dient, begrüßt uns die heimische Haustierwelt.

Mit Einbruch der Dunkelheit um 19.00 Uhr ist auch für uns das Ende des Tages gekommen. Nach 8 Stunden Wandern in dieser Höhe sind wir hinreichend müde 🙂

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Der nächste Tag wird mit einer 3 1/2 Stunden Wanderung deutlich entspannter. Dennoch haben wir trotz unserer Neuseeland Erfahrungen Schwierigkeiten, diesen reißenden Bergbach zu überqueren.

Es hilft nichts – Schuhe runter und an der extra als Stütze verlegten Baumstämme ab durch die Fluten 🙂

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Am Ende des Track erreichen wir die Mine Chojlla. Ein weiteres Erlebnis gefühlter Filmgeschichte. Man erwartet sofort, dass Indiana Jones auf einem dieser Loren verfolgt von indischen Sektenanhängern hier an uns vorbei schießt.

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Es bleibt aber alles ruhig, nur die Zeit ist eben etwas stehen geblieben. Die Mine dient dem Wolfram-Abbau. Ein netter Arbeiter fährt uns sogar die letzten 3 km im Regen ins Örtchen Yanacachi, von wo aus unser Bus nach La Paz zurückfährt.

 

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12 04 2012

Eine letzte Anekdote aus unserem Hotel. So funktioniert hier eine Nachtlampe (ansonsten ist das Hotel aber echt top – Handtuchklasse):

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Um Licht zu machen, verbinde man die beiden losen Kabelenden vorsichtig. Das Problem: Geht noch vor dem Einschlafen, einmal dunkel, wird es aber schwierig, wieder an Licht zu kommen, da man v.a. nicht weiß, ob das 220V oder weniger sind 🙂

 

 

 

 

 

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12 04 2012

Unser erster 5.000er!

Wir werden diesen Berg sicherlich nicht als einen ernsthaft bestiegenen 5.000er in unser Tagebuch schreiben. Wir sind mit einem hechelnden  50 PS Büslein auf 5.250m hoch gefahren und nur die letzten 180m bis 5.430m hochgestiegen. Es war auch nur dazu gedacht, unsere Akklimatisation zu unterstützen und weil man natürlich sehr schöne Ausblicke in die Umgebung hat; und die wollen wir euch nun zeigen:

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Auf der Hinfahrt haben wir den Huayna Potosi (6.088m) wolkenlos vor uns.

 

 

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Benachbart liegt der Chacaltaya (5.430m), auf den wir aber nur die letzten Meter aufsteigen mussten.

 

 

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Dennoch hat man oben eine fantastische Aussicht auf natürlich toxische, farbenreiche Seen. Am Horizont sieht man bis zum Titicaca See.

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Im Hintergrund – durch die Lichtverhältnisse etwas schwierig zu erkennen – der Huayna Potosi; ist gar nicht so viel höher…



12 04 2012

Ein kleiner Beitrag zum Thema Situationskomik. Woran erkennt man Brasilianer in Bolivien? Sie sind auf das Übelste verschnupft und haben Husten, dass man denkt, es wird einem gleich ein Stück Lunge serviert 🙂

 

Das war jedenfalls unsere Erfahrung von allen der insgesamt 7 oder 8 Brasilianer/innen, die wir bisher getroffen haben. Kommt vermutlich daher, dass sie in Brasilien keine Berge und überwiegend Tropen haben und erst einmal tierisch krank werden, wenn sie in die Höhe kommen. Das bleibt aber eine nicht weiter recherchierte These 🙂



12 04 2012

The Death Road!

 

Sie ist bekannt und ihr habt sie bestimmt schon auf Bildern gesehen. Die gefährlichste Straße der Welt. Heute ist sie nur noch für den Tourismus und insb. für Mountainbiketouren freigegeben. Zunächst geht es mit dem Bus auf 4.670m hoch und im Anschluss eine 4 stündige Abfahrt bis auf 1.200m hinunter. Oben ist es gefühlt 5° kalt, unten ist man von tropischer Wärme nicht mehr weit entfernt.

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Man muss im Nachhinein dazu sagen: Ja, es geht ab und zu 600m weit im freien Fall runter, aber die Straße ist mit Mountainbikes sehr angenehm zu fahren. Sie schlängelt sich am Hang entlang ohne stark abzufallen und beinhaltet keinerlei Serpentinen, was wirklich gefährlich wäre. Leider hat diese Straße zu Zeiten, in denen Busse mit fragwürdigen Bremsen hier viele Menschen auf dieser Schotterstraße transportierten auch dramatische Unfälle verzeichnet, was ihr eben diesen Ruf eingebracht hat.

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Helm auf, Arm- und Beinschutz an und los geht’s!

 

 

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Links geht es 600m zum freien Fall.

 

 

 

 

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