26 03 2012
Folgendes gibt es aus der vergangenen Woche zu berichten. Mareike gesundet immer noch an einem hartnäckigen Schnupfen. Wir haben zwar zwischenzeitlich den Vulkan Villarica bestiegen (Björn bereits zweimal – nur um sicherzugehen, dass er es auch wirklich ist 🙂 ). Aber am Tag, nachdem Mareike mit oben war, mussten wir wieder vernünftig genug sein, die geplante Villarica Traverse abzubrechen.
Den Vulkan haben wir in Eigenregie bestiegen. Allerdings bleibt ein etwas fader Nachgeschmack aus der Vorbereitung, da einem hier zuerst einmal jeder erzählt, dass es verboten und v.a. gefährlich ist. Das stimmt natürlich nicht und als wir uns endlich bis zur Conaf (so eine Art staatlicher Alpenverein) vorgekämpft haben, drückt man uns sogar eine Karte in die Hand, die an Primitivität nicht zu überbieten ist; mit dem Hinweis, dass hier jeden Tag 150 Leute hochgehen und die Wege inkl. auf dem Schnee hervorragend sichtbar sind. Navigationskenntnisse werden nicht benötigt. Des Weiteren dient unser deutscher Alpenvereinsausweis als ausreichender Qualifikationsnachweis – was dann ebenfalls wieder lachhaft ist. Unsere Einschätzung im Nachhinein: einfach (zumindest in dieser Jahreszeit) für jeden, der schon mal auf Steigeisen stand und 1.400 Höhenmeter gehen kann. Aber das will hier kein Guide hören; ist ja auch schlecht für´s Geschäft und schließlich sind die Jungs die einzigen Könige in ihrem Revier 🙁
Hier aber nun ein paar schöne Bilder von einem noch aktiven und immens rauchenden Vulkan, der 1971 das letzte Mal in großem Stil ausgebrochen ist. Ganz nebenbei hat eben unsere Hütte etwas geschwankt, aber wir sind ja bald wieder weg…

Sonnenaufgang um 8.00 Uhr, schließlich ist schon Herbst hier. Der Schatten von links kommend ist der des Vulkans.


Nach 2 Stunden Aufstieg erreichen wir zum ersten Mal den Schnee- und Gletscher-bereich. Das heißt: Helm und Gletscherbrille auf und Steigeisen an. Helm übrigens deshalb, weil das Vulkangestein im oberen Teil teilweise sehr lose ist. Die Gletscherspalten sind gut außer Reichweite.

Ein gutes Stück hinter uns kommen die 20-30 Mann Gruppen.

Die letzten 45 Minuten geht es vollends über Lavagestein bis zum Kraterrand.
Der sieht dann so aus…


Unser Mundschutz hilft immerhin ein kleines bisschen gegen den teils beißenden Schwefelgeruch, auch wenn wir uns so gut es geht auf der Luv-Seite aufhalten.
Im Hintergrund sieht man den einsam thronenden Vulkan Lanín (3.747m).

Aus diesem Schlund kommt das Zeug. Leider sieht man heute aber keine Lava Spritzer, was ab und an der Fall sein soll.


Als am Nachmittag der Schnee weich geworden ist, werden keine Steigeisen mehr angelegt. Es wird stattdessen „abgefahren“. Der Pickel dient als Bremse.
Gleichzeitig genießen wir noch einmal die Aussicht in die umliegende, blau schimmernde Landschaft.

Kategorien : Argentinien, Chile
