9 12 2011

Kepler Track

Direkt im Anschluss an die Doubtful Sound Bootstour, starten wir zum Kepler Track, der in Te Anau gleich um die Ecke beginnt. Der Kepler Track ist ein schöner Rundwanderweg, der über den Mt. Luxmore führt und eine kleine Gratwanderung mit wunderbarer Aussicht beinhaltet. Höhe bedeutet hier zwar immer mehr als 1.000m tiefer als in den Alpen, was zunächst überraschend niedrig erscheint – die alpinen Verhältnisse gleichen sich aber dennoch, weil hier auch Baum- und Schneegrenze entsprechend niedriger sind. Somit beginnt man die Wanderungen auf 200m und steigt auf 1.400m auf, wo noch Schnee liegt.

Der Kepler Track geht über 3 Hütten, sprich 4 Tage, wobei wir um einen Tag verkürzen. Dazu steigen wir in der Mitte der ersten Etappe ein und schließen die zweite am ersten Tag direkt an. Somit ersparen wir uns einige der bereits erwähnten langen, ebenen Waldwege, die auf Dauer trotz ihrer Schönheit ermüdend und außer in der Km-Zahl nicht besonders aufregend sind.

Im Folgenden einige Bilder vom Kepler Track, die zeigen, wieso wir die Aufstiege, die Höhe und die Aussicht mehr schätzen als bewaldete Täler:

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Und dann haben wir noch eine Frage, für diejenigen, die etwas Zeit für Recherche haben oder sich damit auskennen: Wir wüssten gerne, warum der Himmel hier in Neuseeland so unglaublich blau erscheint. Wir haben noch nie einen so blauen Himmel gesehen. Dazu haben wir dieses Bild als Beispiel, bei dem wir die Qualität extra nicht weiter heruntergesetzt haben.

Weltreise_Teil 3_Neuseeland06_ 370

Morgen oder übermorgen werden wir euch von den Tagen berichten, die wir zwischen den Tracks in Queenstown verbracht haben. Queenstown ist ein völlig wahnsinniges, energie- und andrenalingeladenes Städtchen, das gleichzeitig unglaublich gemütliches, abendliches Restaurant- und Kneipenambiente zu bieten hat. Ideal als Basis für unsere bereits beschriebenen Unternehmungen.



9 12 2011

Doubtful Sound

Zwischenzeitlich haben wir unsere Basis in Queenstown nach dem Rees-Dart-Track wieder aufgesucht, um uns auf den nächsten Trip vorzubereiten. Dieser führt uns in die Fiordlands, zunächst mit einer kleinen 2-Tages-Bootstour und im Anschluss auf den Kepler Track, einer der Great Walks, aber einer der wenigen, die auch über die Baumgrenze in die Höhe gehen. Letzteres ist wie eine Befreiung für uns geworden, wenn es endlich nach langen Wanderstunden aus den Wäldern im Tal den Berg hinaufgeht und man oben endlich einen umso atemberaubenderen Blick in die Bergwelt hat. Aber dazu im nächsten Eintrag mehr.

Mit den Sounds (eine ähnliche Landschaft wie die Fjorde Norwegens, nur etwas verschachtelter) verhält es sich wie mit allem; je bekannter je voller. So ist beispielsweise der Milford Sound schlichtweg von Touristen umzingelt. Bereits auf Monate vorweg ausgebucht, trampelt man sich am Soundufer auf dem Milford Track gegenseitig auf die Füße, über Einem fliegen ganze Staffeln von Scenic Flight Flugzeugen aus Queenstown und Umgebung, auf dem Sound selbst herrscht Hochbetrieb durch Sound Cruising Boats verfolgt von unzähligen Kajaktouren und unter Wasser wird getaucht, was die Pressluft hergibt. Natürlich ist der Sound sehr beeindruckend, aber das ist eben das Leid der Erfolgreichen.

Wir haben uns daher den etwas weiter südlich gelegenen Doubtful Sound für die Bootsfahrt inkl. einer Übernachtung herausgesucht und es war bestimmt keine schlechte Entscheidung.

So schaut’s aus in den Fiordlands:

Weltreise_Teil 3_Neuseeland06_ 200

Weltreise_Teil 3_Neuseeland06_ 220

Und hier der Beweis, dass wir zweifelsohne Down Under sind:

Weltreise_Teil 3_Neuseeland06_ 309

Tatsächlich haben wir hier die Wasseroberfläche abfotografiert – in einem windstillen Seitenarm nach Sonnenaufgang.



9 12 2011

Rees – Dart – Track

Seit unserer Ankunft in Queenstown ist wieder viel Zeit vergangen und wir sind euch einige Stories schuldig. Schließlich gibt es eine Menge zu erzählen.

Nachdem wir also vorläufig unsere Räder gegen Wanderschuhe getauscht und die Rucksäcke geschultert haben, führte uns die erste Tour zum Rees-Dart-Track. Doch vorab zur besseren Orientierung einige allgemeine Hinweise (auch kritische) über die Tracks und Walks in Otago oder den Fiordlands von Neuseeland:

Es gibt hier haufenweise Wanderwege und ja, sie sind überwiegend schön. Und ja, es gibt sie überall, die Flip Flop Touristen, die in ihrer Naivität unfähig sind, sich den Wetterbedingungen anzupassen. Dennoch muss man festhalten, dass man lange nicht für jeden Track „very experienced“ sein muss, nicht für jeden Trampelpfad ein “very high level of fitness“ braucht oder gar „good navigational skills“, um sich auf den Wegen, die meistens eh nur in engen Tälern entlang führen, zurecht zu finden (die hochalpine Gegend um den Mt. Cook und andere einmal ausgeschlossen, da kommen wir erst noch hin). Also ein Tipp für alle, die in den Alpen öfters wandern gehen und einmal hierher kommen sollten. Alles schön und gut soweit, das Department Of Conservation leistet hier Superarbeit in der Beschreibung der Tracks und Bewahrung der Natur, aber lasst euch nicht allzu sehr beeindrucken von den Anforderungen – das gute Marketing und die Sorgen vor unverantwortlichen Touristen mit Flip Flops auf Wanderwegen, bestimmen hier die Art der Wegbeschreibung. Denn für ein 20m Schneefeld ist kein Helikoptereinsatz für die Wanderer notwendig, wie am Routeburn Track 🙂

Etwas Schade in der Tat ist allerdings, dass viele der Tracks hier nur im Tal entlang gehen und nicht über die Berge. Man nimmt hier überall sein Essen mit, weil die Hütten nicht bewirtschaftet sind. Daher fühlt es sich für einen europäischen Alpinisten einfach etwas seltsam an, wenn man auf Waldwegen in Tälern sein Essen tagelang von Hütte zu Hütte trägt. Die Menschheit hat dafür bereits bessere Transportmöglichkeiten entwickelt. Der Transport auf dem Rücken darf dann gerne unzugänglicheren oder höheren Regionen vorbehalten bleiben. Was hier allerdings nicht unterschätzt werden darf, ist, dass Schlechtwetterlagen deutlich härter und länger sein können. Es ist durchaus damit zu rechnen, dass man auf der einen oder anderen Hütte einmal festsitzt.

Wir entschieden uns also für den Rees-Dart-Track eineinhalb Stunden westlich von Queenstown. Dieser geht an vier Tagen über drei Hütten und mit einem Sidetrip haben wir einen fünften Tag mit Gletscherbesichtigung hinzugefügt. Unser Essen besteht für die ersten beiden Tage immer aus frischem Brokkoli bzw. Karotten mit Tomatensoße und Pasta, wofür wir auch auf dem nachfolgenden Track erheblich beneidet werden. Für die anderen Tage und Notration haben wir Fertignudeln aus der Tüte im Gepäck. Zum Frühstück gibt es Müsli, die Milch kommt frisch von der Kuh – über den Umweg als Milchpulver. Die Erste Hilfe Ausrüstung ist selbstverständlich ebenso im Gepäck wie unsere Regenkleidung, genügend Wechselklamotten sowie unsere „Superschlafsäcke“ und ein Bivacksack, die wir zur Hochzeit bekommen haben. Handys funktionieren außerhalb der Stadtgrenzen, selbst in kleineren Orten, nicht mehr – das sollte man in Notsituationen wissen.

Am ersten Tag sollten uns vor allem die unzähligen Flussüberquerungen und einige Sümpfe herausfordern. Bei beidem stellt man fest, dass ein Wanderschuh schnell unter Wasser stehen kann, denn 15cm Schaft sind nicht viel bei den vorherrschenden Wassermengen und wir haben gelernt, dass Gamaschen, die eigentlich ihren Einsatz in Schneefeldern haben, bei gelegentlichen Fehltritten im Flussbett für einige Sekunden trotzdem einen Stiefel trocken halten können. Alles Weitere möchten wir in Bildern ausdrücken – es war eine sehr schöne Wanderung und, weil sie etwas abgeschieden war, eine Wanderung, bei der man lediglich abends auf der Hütte eine Handvoll Wanderer getroffen hat.

Es ging durch Fluesse mit nassen und trockenen Schuhen...

Es ging durch Fluesse mit nassen und trockenen Schuhen...

...es ging - eher selten- ueber Bruecken...

...es ging - eher selten- ueber Bruecken...

...einen Tag kam die Naesse von oben...

...einen Tag kam die Naesse von oben...

...und am Ende gab es dennoch reichlich Sonne in einer abgeschiedenen Berglandschaft…

...und am Ende gab es dennoch reichlich Sonne in einer abgeschiedenen Berglandschaft…