23 02 2012

Im Anschluss an den Perito Moreno wollen wir, wie bereits beschrieben, die Region um den Monte Fitz Roy erkunden und fahren dazu ca. 200km weiter nach El Chaltén. Das ist ein paar hundert Seelen Dorf, das für den Tourismus gerade erst so richtig aufrüstet, der Anzahl der Rohbauten nach zu urteilen. Hier begrüßt uns der Monte Fitz Roy bei klarblauem Himmel:

Calafate, Chalten 007 (28)

 

 

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Tag beginnen wir mit einer 4-Tages-Wanderung u.a. zum Fuße des Fitz Roy.

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Unter dieser Kulisse und bei diesem Wetter – Patagonien kann auch ab und zu unglaublich schön sein – geht es in die Berge.

 

 

 

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Nach 2 ½ Stunden kommen wir am Übernachtungsplatz an, bauen unser Zelt auf und steigen nochmals 400 Meter zu einer Lagune auf, die uns schon sehr nah an der Fitz Roy bringt. Weiter kommen wir ohne Ausrüstung und ohne Guide allerdings nicht.
Kaum vorstellbar, was uns ein Amerikaner aus Ohio berichtet: er hat heute seinen ersten schönen Tag hier und hat bereits 3 Tage mit seinem Sohn ausgeharrt, zwischenzeitlich Burger und Bier aus El Chaltén geholt, um endlich den in den Wolken verschwundenen Monte Fitz Roy zu sehen. Es war die ganze Zeit stürmisch und hat geregnet. Patagonien eben – sind wir nur froh, dass wir das nicht erleben mussten.

 

 

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Unser Zeltplatz beim Frühstücken am nächsten Morgen. Um 8 Uhr früh sind es im Schatten noch 4° Celsius. Nachts muss es unter Null gewesen sein, denn an einigen Pflanzen hängt noch gefrorener Niederschlag. Dass erklärt, warum es nachts trotz gutem Schlafsack überraschend empfindlich kalt war.

 

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Heute geht es wieder bei herrlichem Wetter mit Zwischenstopp über größere Granitbrocken an einem Gletschersee weiter zum nächsten Zeltplatz. Wir sind etwa 7 Stunden mit Pausen unterwegs.

 

 

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Iceberg Fishing – verdammt schwer so ein kleines Ding 🙂

 

 

 

 

 

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Unser gemütlicher Zeltplatz. Heute sind die Mädels dran mit kochen.

  

 

 

 

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Wir entscheiden uns am nächsten Morgen bereits bei Dunkelheit um 5.30 Uhr loszugehen, um den Sonnenaufgang mitzuerleben. Jeder mit Kopftaschenlampe ausgestattet, geht es auf den gut markierten Pfad, der bereits nach einigen Metern steil den Berg hinauf führt.

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Nach 950 zurückgelegten Höhenmetern erwartet uns ein zugefrorener Gletschersee, ein Bivacklager von einigen Kletterern…

 

  

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…und unser letztes Wegstück am Rand eines Gletschers hinauf zu einem Pass von dessen Rückseite wir eine herrliche Aussicht auf den Monte Fitz Roy, den extrem schwer zu besteigenden Cerro Torre (3.102m) sowie einen Großteil der ganzen Umgebung haben.

 

 

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Der Cerro Torre mit eindrucksvoller Eiskappe.

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Die letzten Meter vom Pass zu unserem kleinen Gipfel. 

 

 

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Man könnte vermuten, ein Künstler und Bildhauer war hier am Werk 🙂

 

 

 

 

 

 

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  Anschließend geht es wieder 1.200 Hm hinunter zu unserem Zeltplatz und genießen die warme Nach-mittagssonne. Tags darauf laufen wir noch 2 Stunden Tal auswärts; anschließend bringt uns ein Taxi nach El Chaltén zurück.

 

Am folgenden Tag wandern wir als Tagestour (5 Stunden hin und zurück) zu einer Lagune und haben nochmals herrlichen Ausblick auf den Cerro Torre und Ostseite des Monte Fitz Roy. Die Berge ziehen ihre Betrachter förmlich in ihrem Bann, so markant glänzen sie im Sonnenschein.

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Den Geburtstag von Björn feiern wir an der Lagune mit einer genüsslichen Brotzeit inklusive Vino Tinto.

 

 

 

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Auf dem Rückweg nach El Chaltén ein letztes Good Bye. Abends besuchen wir ein kleines Lokal mit hervorragendem Essen und selbstgebrautem Bier – ganz besonders köstlich auch das Dessert: Vanilleeis mit Schokoladenüberzug auf Brownie.

 

 

 

Sorry, dass die Einträge wieder einmal etwas geballt kamen. Das liegt aber daran, dass wir im Moment viele lange Unternehmungen haben und dazwischen keine Updatemöglichkeiten. Daher wird es den nächsten Eintrag auch wieder erst in 8 Tagen geben. Wir haben uns entschieden, doch noch einmal zu den Torres del Paine zurückzufahren. Im Moment sieht das Wetter gar nicht schlecht aus und morgen geht’s los auf den 8-Tages-Track!



22 02 2012

Am Perito Moreno Gletscher liegt das nette und mittlerweile schon sehr touristische Örtchen El Calafate. Obwohl wir nur etwa 100km Luftlinie vom Schlechtwettergebiet um die Torres del Paine entfernt sind, haben wir hier fabelhaften Sonnenschein. Von hier aus fahren wir mit einer Tagestour an den Gletscher und wandern auch 5 Stunden zum bzw. auf dem Perito Moreno. Das Faszinierende ist dabei ganz klar nicht das Anziehen der Steigeisen, sondern die schlichte Größe, die unterschiedlichen Perspektiven, die „Reinheit“ des Eises und die beeindruckend blauen, oftmals wassergefüllten Gletscherpalten, die sich bis hin zu kleinen Lagunen inmitten des Gletschergebiets entwickeln können. Und hier nun alles weitere in Bildern:

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Folgendes Quiz haben wir dazu für euch: Derjenige, der am besten rät (jedenfalls die Zahl, die wir uns ausgerechnet haben), bekommt von uns eine Karte vom Gletscher geschickt.

Die große Preisfrage: Wie viele Caipirinhas könnte man mit dem Eis des Perito Morenos machen? Rundungen sind erlaubt 🙂 Antworten bitte ins Gästebuch; nach unserer Rückkehr vom nächsten Track am 1. März wird ausgewertet!



22 02 2012

Seitdem wir vor etwas über einer Woche Feuerland verlassen haben, sind wir dabei Patagonien kennenzulernen. Patagonien ist, wenn man so will, der übrige Südzipfel von Südamerika ohne Feuerland, wobei „Zipfel“ deutlich untertrieben ist. Genau festgelegt ist das Gebiet unseres Wissens nach nicht, es beginnt auf Chilenischer Seite irgendwo unterhalb von Puerto Montt und beinhaltet auch den Argentinischen Teil bis an die Südatlantikküste. In der südlichen Andenregion, auf überwiegend Chilenischer Seite liegt das Südpatagonische Eisfeld, das eine unglaubliche Masse an Gletschern speist und an dessen Rand bizarre Felsformationen stehen. Ein Traum für alle Wanderer, Kletterer und Hochgebirgsalpinisten. Besonders hoch liegt die ganze Region zwar nicht, der Monte Fitz Roy, als der höchste Berg Südpatagoniens, kommt gerade einmal auf 3.406 Meter, dafür laufen die Gletscher aber auch bis ins Meer.

 

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Die ganze Region (Patagonien und Feuerland) ist nicht zuletzt auch deswegen faszinierend, weil man ständig auf historische Namen oder Begebenheiten stößt, während man selbst – so geht es uns jedenfalls – nicht wirklich viel über die unglaubliche Geschichtsträchtigkeit dieser Region weiß. So z. B. der Kommandant Robert Fitz Roy, der mit Charles Darwin 5 Jahre lang auf der HMS Beagle (daher der Beagle Channel) Forschungsexpeditionen durchgeführt hat und Darwins Theorien kontrovers mit ihm diskutiert hat – zu einer Zeit, in der ein Indioleben, sorry, nur eine Kugel wert war. Die Magellanstraße und Francis Drake Passage, beides Weltumsegler (tot oder lebendig) auf der Suche nach West-Zugängen nach Indien bzw. den Gewürzinseln, hatten wir bereits erwähnt. Dann sind da noch die britischen Falkland Inseln, die Argentinien heute noch als Staatgebiets auf jeder offiziellen Karte und auch an ländlichen Grenzübergängen mit dem Hinweisschild (Las Malvinas son Argentinas) ausweist. Deutsche Zerstörer haben sich zwischen den unzähligen Argentinischen Inseln während des zweiten Weltkriegs vor den Briten versteckt. Und momentan haben wir uns ein Buch auf unsere Kindles geladen, das vom „Niedergang“ der Argentinischen Wirtschaftsmacht der 20iger Jahre bis heute erzählt, um zu verstehen, was in dieser kurzen Zeit die Wirtschaftskraft dieses so unglaublich stolzen Landes, das zwischenzeitlich auch massiv von linksradikalem Terror und verschiedenen Militärregierungen geprägt war, so zerstört hat. Vermutlich ist auch deshalb alles Umgebende so spannend, weil man aus Europa zu selten auf diese „mysteriöse“ Region blickt und weil die Geschichte über Ureinwohner und Entdecker bisweilen noch gar nicht so besonders alt ist.

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Von Punta Arenas kommend wollten wir jedenfalls mit einem 8-Tages-Track das sehr bekannte Gebiet um die Torres del Paine durchwandern. Da allerdings die Tageshöchsttemperatur von einem auf den anderen Tag von 20° auf 10° absackte, nachts bis auf 3°, und Windstärke 5 und stärkerer Regen gemeldet wurde, hatten wir uns schon fast damit abgefunden, dass wir die Torres nicht sehen werden und sind weiter an den Perito Moreno Gletscher gefahren. Obwohl wir von Feuerland aus bald 1.000 km weiter nördlich liegen, hat sich das raue und wechselhafte Klima nicht sonderlich verändert. Es wird uns schlagartig wieder bewusst, dass wir noch lange nicht in klimatisch stabilen Regionen angekommen sind, was auch in den nächsten Beiträgen nochmals ersichtlich wird.



21 02 2012

Am 12. Februar hatten wir übrigens Bergfest – und damit befinden wir uns bereits in der zweiten Hälfte unserer (Welt-)Reise.

Morgen gibt es neue Einträge zu zwei absoluten Highlights in Patagonien: der Perito Moreno Gletscher, als der wahrscheinlich bekannteste des Südpatagonischen Eisfelds und die Alpinregion um den Monte Fitz Roy.



16 02 2012

An alle Kölsche Jecken!
Es tut uns im Herzen weh, nicht mit euch feiern und heute gebührend in den Karneval zu starten zu können.
Dennoch wünschen wir euch ein paar herrlisch jecke Tage mit vielen Bützje und Strüssjer! 😉

 

Kölle Alaaf,
Meike, Mareike & Björn



8 02 2012
Auf den Spuren von Magellan, Sir Francis Drake, dramatischer Seefahrergeschichte und unzähligen gesunkenen Schiffen, die vor der Eröffnung des Panamakanals regelmäßig die hiesigen Gewässer durchkreuzt haben: Wir haben Cape Horn umsegelt!
 
Zurück und erholt vom Dientes Trail besuchen wir in Puerto Williams den Yachthafen. Wir haben uns bereits in Ushuaia nach Segeltörns um Cape Horn erkundigt, aber nur kleinere Kreuzfahrtschiffe oder deutlich überteuerte Segelreisen bzw. -törns gefunden. Im Yachthafen treffen wir auf die unterschiedlichsten Segler, die mit ihren eigenen Schiffen entweder das Kap umrunden, in die Antarktis segeln oder ihren Törn zu einer Weltumsegelung ausbauen wollen. Der kleine Hafen besteht im Wesentlichen aus einem alten Rheindampfer, der zu einem Kneipenrestaurant umfunktioniert ist und allen anderen Seglern zum Festmachen dient. Anlegestege gibt es hier noch nicht. Die Segler liegen rund um den Dampfer in mehreren Reihen gepackt.
Puerto Williams

Puerto Williams

 

Auf der Suche nach einer Segelyacht, die uns um das Kap bringt, treffen wir Ian. Ian ist Neuseeländer, der früher als Kapitän einer Yacht eines reichen Franzosen im Mittelmeer begonnen hat und seitdem mit seiner eigenen ca. 38 Fuß Yacht den indischen Ozean, Afrika und eben große Teile rund um Südamerika u.a. Antarctica besegelt hat – teilweise alleine, teilweise in Begleitung.

Auf seiner Yacht ist genug Platz für uns drei und so akzeptieren wir nach guter Überlegung und vielen Gesprächen mit ihm sein Angebot: Wir wollen mit ihm Cape Horn umsegeln. Dazu bedarf es allerdings erst besseren Wetters. Wie generell in Patagonien und Feuerland ist die Umsegelung von Cape Horn im Besonderen abhängig von den Wetterbedingungen. Die See ist immer sehr rau und Stürme toben regelmäßig um das Kap, was eine hohe Belastung für Material und Kapitän darstellt bzw. sehr oft schlichtweg unmöglich ist. Es herrschen nicht selten Windgeschwindigkeiten von > 60 Knoten (Beaufort Stärke 10 und mehr); die will man nicht erwischen. Die Zeitfenster, in denen der Wind auf ein vertretbares Maß „abflaut“, sind daher äußerst begrenzt und so kommen in den folgenden Tagen immer wieder Segler in den Hafen, die ihre Umrundung wieder abgebrochen haben.

Wir erkundigen uns daher täglich bei Ian über die neusten Wetterbedingungen. Am 3. Tag gibt Ian das Startsignal. Die Windstärke am Kap soll tags darauf in einem Zeitfenster von 12 Stunden auf 25 Knoten (ca. Stärke 4-5 Beaufort) fallen. Wir bringen am späten Donnerstagnachmittag unser Gepäck auf sein Boot. Der Hafen von Puerto Williams ist wegen starken Winds immer noch gesperrt. Eigentlich wollen wir um 0 Uhr lossegeln, so dass wir am Freitagnachmittag direkt das Kap umrunden können. Es sind etwa 80 bis 100 Seemeilen bis dorthin, je nachdem, ob man nur auf der Ostseite zum Kap hinfährt oder auf einem anderen Weg, durch die Inseln des Cape Horn National Parks hindurch, das Kap tatsächlich von West nach Ost umrundet.

Da der Wind nicht abflaut, legen wir uns in die Kojen und hören gegen 2 Uhr über Funk die Hafeninformation, dass vor 8 Uhr der Hafen nicht geöffnet wird: verdammt, das engt unser Zeitfenster ganz schön ein. Ian geht aber tatsächlich um 6 Uhr zur Kapitänerie und bettelt darum losfahren zu dürfen, weil der Wind im Beagle Channel fast vollständig zum Erliegen gekommen ist. Der Offizier muss erst seinen Chef aus dem Bett holen – das war der Grund weshalb bislang der Hafen in den Morgenstunden noch nicht geöffnet wurde. Ian hinterlegt die Crewliste und erhält anschließend Starterlaubnis.

Jede Yacht, die nach Cape Horn fahren will, muss sich regelmäßig an verschiedenen Punkten bzw. Funkstationen bei der Chilenischen Armada melden und über ihren Aufenthaltsort und beabsichtigte Route berichten, gerade weil letztere sich wetterbedingt natürlich auch schnell ändern kann. Das Ganze dient der Sicherheit und so herrscht bei gerade mal 2-3 Yachten, die mit uns ums Kap fahren oder uns entgegen kommen, ganz schön reger Funkverkehr. Ungleich zu anderen Segelrevieren muss in Chile jede Yacht 24 Stunden auf Standby sein. Vielfach kennen sich die Yachten vorher, aufgrund der langen, gemeinsamen Wartezeiten und der einzigen Dampferanlegestelle in little Puerto Williams.

Feuerland

Feuerland in Gaenze

Nach kurzem Frühstück werden die Motoren um 7:30 Uhr gestartet; die Yachten, die uns zugeparkt haben, starten auch entweder nach Ushuaia oder müssen kurzfristig umparken. Durch die momentane Flaute im Beagle Channel laufen wir lange ostwärts unter Motor und setzen erst um 12 Uhr Segel, als wir bereits den Beagle südwärts entlang der Isla Navarino verlassen.

 

 

 

 

Rückblick beim Verlassen des Beagle Channels

Rückblick beim Verlassen des Beagle Channels

 

 

 

 

 

 

 

Schmetterling bei Vorwindkurs

Schmetterling bei Vorwindkurs

 

 Wir überqueren eine Passage in südsüdwestlicher Richtung zum Cape Horn National Park, die Bahía Nassau, für die man aufgrund ihrer ungeschützten Lage ebenfalls angemessene Windverhältnisse benötigt. Heute allerdings benötigen wir seltener Weise sogar ab und zu Motorunterstützung, weil der Wind sogar schwächer ist als vorausgesagt. 

Sobald allerdings der Wind auffrischt, was innerhalb weniger Minuten passieren kann, läuft unsere Yacht wieder unter gerefften Segeln mit 8 Knoten.

 

Strecke der Kap Horn Umsegelung

Strecke der Kap Horn Umsegelung

 

 

 

 

 

 

 

 

Die ersten Inseln des Cape Horn National Parks

Die ersten Inseln des Cape Horn National Parks

 

Als wir die Inselgruppe des Cape Horn National Parks erreichen, biegen wir ein in den Canal Bravo und ankern in einer geschützten Bucht, der Caleta Martial, der Isla Herschel.

 

 

 

 

Route der Cape Horn Umsegelung

Route der Cape Horn Umsegelung

 

Am nächsten Morgen verlassen wir die Bucht wieder um 4:30 Uhr, umfahren die Isla Herschel auf westlicher Seite und treffen nach der Isla Hall auf die offene See, die Drake Passage. Bislang hat sich die Yacht, die Persimmon, unter Motor gegen 3 Knoten Strömung und 25 Knoten Gegenwind gekämpft.

 

 

 

 

 

 

 

Es geht raus in die Francis Drake Passage

Es geht raus in die Sir Francis Drake Passage

 

 

 

 

 

 

 

 

Die See wird rauer

Die See wird rauer

 

Jetzt drehen wir unter Segel in südöstlicher Richtung in Richtung Cape Horn ab.

 

 

 

 

 

Einen Teil von Cape Horn Island haben wir schon passiert...

Einen Teil von Cape Horn Island haben wir schon passiert...

 

Wind und Wellen sind hier bereits unglaublich rau und so geht es in den Wellen 2 Stunden auf und ab, bis wir schon ziemlich erschöpft und mit flauem Magen das Kap erreichen.

 

 

 

 

...und dann passieren wir auch Cape Horn!

...und dann passieren wir auch Cape Horn!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da wir uns im Inneren besser nicht aufhalten, frieren wir völlig durch, obwohl wir alle verfügbaren, wärmenden Klamotten anhaben. Der starke Wind und die ein oder andere Ladung Wasser verstärkt die Kälte immens. Daher wärmen wir uns nach der Kapumrundung in unseren Schlafsäcken erst einmal wieder auf. Lediglich Meike leistet unserem Skipper noch etwas länger Gesellschaft an Deck.

Als der Wind teilweise bis auf 50 Knoten Geschwindigkeit ansteigt – das ist dann Sturm Stärke 9 –, ist an Rückfahrt über die Bahía Nassau nicht weiter zu denken. So steuert Ian wieder zur Caleta Martial. Wind und vor allem Wellen bremsen die Persimmon dabei teilweise bis auf 2 Knoten Geschwindigkeit ab.

Unser Ankerplatz Caleta Martial

Unser Ankerplatz Caleta Martial

 

 

Um 12 Uhr erreichen wir unsere Bucht, die auf einmal gar nicht mehr so ruhig ist wie tags zuvor, uns aber dennoch den besten Schutz in der Umgebung bietet.

Diesen und den ganzen nächsten Tag liegen wir noch in der Bucht; Sonnenblauer Himmel und Regen bzw. Hagel wechseln sich im 10 Minuten Takt ab. Der Wind bläst unablässig stark und die Rückfahrt über die Bahía Nassau Passage kann frühestens tags darauf erfolgen.

 

 

Um 6.00 Uhr früh geht es weiter. Es bleibt immer noch sehr stürmisch und in der Passage steigt die Windgeschwindigkeit gegen Mittag wieder auf 50 Knoten an. Ian hat die Yacht trotzdem hervorragend im Griff. Teilweise hagelt es und die Sichtverhältnisse trüben sich stark ein, so dass er mehr über GPS Karte am PC navigiert als auf Sicht. Wir sind zu dieser Zeit jedoch längst in unseren Kojen. Unsere sonst so wetterstabile Kleidung ist auf dieser stürmischen See ganz anderen Belastungen ausgesetzt und hält uns außen nicht lange warm. Das Klima in Feuerland ist beeindruckend und manchmal auch fast beängstigend.

Weltreise_Teil 4_Argentinien_Chile_05_ 020Weltreise_Teil 4_Argentinien_Chile_05_ 023

Drei glueckliche Cape Horner

Drei glueckliche Cape Horner

 

 

Ebenso schnell klart es bei Verlassen der Nassau-Passage am Nachmittag auf und so laufen wir bei starkem Wind, aber Sonnenschein, in Puerto Toro ein.

 

 

 

Entspannteres Segeln im Windschatten der Isla Navarino

Entspannteres Segeln im Windschatten der Isla Navarino

 

 

 

 

 

 

 

 

Puerto Toro

Puerto Toro

 

Puerto Toto ist ein kleiner Hafensteg und 20 Einwohner an der Nordostseite der Isla Navarino. Wir machen neben einer ehemaligen Racingyacht fest, die mit 3 Mann Crew und 6 Passagieren am nächsten Morgen in die Antarktis ablegt und mittlerweile als Charteryacht dient.

 

 

 

 

Neben uns die Racing Yacht auf dem Weg in die Antarktis

Neben uns die Racing Yacht auf dem Weg in die Antarktis

 

 

Da am folgenden Tag für die Überfahrt in die Antarktis sehr schwere See angekündigt ist, wird die Yacht am Abend noch vorbereitet und insb. das Großsegel und andere Dinge an Bord besonders gesichert, weil sie nur mit Sturmfock und einem weiteren kleinen Sturmsegel fahren werden.

 

Wir pausieren den folgenden Tag wieder. Puerto Williams ist offenbar noch gesperrt. Dennoch ist es in Puerto Toro fast ausschließlich sonnig, so dass wir an etwas windgeschützten Stellen an Land oder auf dem Boot angenehme, warme Sonne tanken können. Laut Ian ist das aber auch nur hier im Kanal bzw. auf der Ostseite der Isla Navarino der Fall; an unserem letzten Ankerplatz tobt anscheinend immer noch das schlechte Wetter, das wir glücklicherweise bereits hinter uns gebracht haben.
Abends beschließt Ian dann doch noch, nach Puerto Williams zurückzufahren. Der Wind ist deutlich abgeflaut und für Dienstag ist ein neuer starker Sturm, auch für den Beagle Kanal angekündigt.

Unser Captain Ian

Unser Captain Ian

 

Wir laufen abends gegen 22 Uhr in Puerto Williams ein und Ian kocht für uns noch ein Abendessen. Er macht sich große Sorgen über die Crew auf der Antarktia Yacht, da die Chilenische Armada Windgeschwindigkeiten in der Drake Passage von 70 Knoten (das ist Stärke 11, ggf. 12 und somit ein ausgewachsener Orkan) herausgegeben hat. Der Kapitän ist immerhin sehr erfahren, das Boot superprofessionell und die sie kannten die Wetterbedingungen natürlich ebenfalls. Trotzdem Wahnsinn, so etwas zu erleben.

 

 

 

 

 

Abschließend kann man sagen, dass die Wettergewalten auf See hier absolut beeindruckend in ihrem schnellen Wechsel und in ihrer Bosheit sind. Fast noch beeindruckender ist aber zu sehen, wie Menschen sie mittels Wettervorhersagen, geeignetem Material und einer guten Portion seemännischen Könnens für sich insoweit beherrschbar machen und die dabei entstehenden Risiken, so weit als möglich, berechenbar werden. Auf den zwei Schiffen, die kurz nach uns Cape Horn passiert haben, sind auch Kinder an Bord; ebenso ein Dreijähriger auf einem deutschen Boot, das im Moment noch in Puerto Williams liegt. Unvorstellbar bleibt allerdings, wie die Seefahrer ab dem 16. Jahrhundert diese Passage bewaeltigt haben. Man will sich nicht vorstellen, bei so einem Wetter in die Masten zu steigen. Ebenso unglaublich wirkt die Geschichte eines Joshua Slocum, die wir nebenbei lesen. Er hat Ende des 19. Jahrhuhnderts in einer hoelzernen „Nussschale“ die Welt alleine umrundet und kam ebenfalls in diesen Gewaessern vorbei, wenngleich nicht direkt am Kap sondern in der Magellanstrasse.



7 02 2012

Feuerland auf seine raue, ungeschützte und gleichzeitig doch wieder so beeindruckend schöne Weise!

 Es geht weiter mit einer recht ausführlichen, bilderreichen Dokumentation des 5-tägigen Dientes de Navarino Trails, mit der wir euch gerne etwas detaillierter diese besondere Gegend und der sie beherrschenden Naturgewalten beschreiben wollen. Also fangt am besten nur an zu lesen, wenn ihr ausreichend Zeit dafür habt 🙂 In der Hoffnung, dass es euch interessiert, lassen wir uns auch etwas über wesentliche Aspekte der benötigten Ausrüstung aus.

 

Direkt im Anschluss an unsere Überfahrt von Ushuaia nach Puerto Williams auf der Isla Navarino, deponieren wir einiges Gepäck in einem Hostel und beginnen am 26.1. gegen 13 Uhr den Dienstes de Navarino Trail mit der bereits vorbereiteten Ausrüstung. Die Sonne scheint bei blauem Himmel, was selten genug vorkommt.

Weltreise_Teil 4_Argentinien_Chile_03_ 009Hafeneinfahrt Puerto Williams – im Hintergrund die „Dientes“ Gebirgskette

 

 

 

 

 

 

Die wichtigsten Teile unserer Ausrüstung umfassen Folgendes:
– Guter Regenschutz inkl. Rucksacküberzug
– Handschuhe und Mütze
– Thermounterwäsche, Pulli und dicke Daunenjacke für nach dem Wandern (welche grandioser Weise auf Größe eines Handballs gepackt werden kann)
– Unsere Winter-Schlafsäcke mit Komfortbereich -5 Grad 🙂
– Essen für 5 Tage plus ein Notfallessen, falls wir wegen Schlechtwetter pausieren müssen (Morgens Müsli mit Milchpulver, mittags Energieriegel und Kekse, abends Nudeln oder Reis)
– Erste Hilfe Set und Bivacksack, Zelt

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Nach 450 Höhenmetern oder 1 1/2h Aufstieg benötigen wir kurz vor dem Cerro Bandero umgehend die Regenausrüstung, so schnell hat sich das Wetter ins Gegenteil verkehrt. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weltreise_Teil 4_Argentinien_Chile_03_ 046Nach dem Cerro Bandero, von dem man trotz Regen noch eine schöne Aussicht über den Beagle Kanal hat, geht es weiter über eine Anhöhe und oberhalb der Baumgrenze entlang der Westseite eines Bergrückens. In den letzten 3 Stunden bis kurz vor unserem Rastplatz setzt sehr heftiger Regen, begleitet von Starkwind, ein, der uns durch die vorherrschenden westlichen Windrichtungen voll trifft. Unsere Finger lassen sich am Ende durch die Kälte kaum mehr bewegen, geschweige denn folgen sie den Befehlen des Gehirns, da wir unsere Handschuhe nicht dem Regen opfern und sie für danach trocken halten wollen.

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Als wir am Rastplatz ankommen, dürfen wir uns nach dieser Anstrengung wenigstens noch über einen regenfreien Zeltaufbau und Abend freuen. Wir haben in den völlig durchnässten und mit Bächen durchzogenen Wiesen noch einen vergleichsweise trockenen Untergrund gefunden, in dem die Heringe gut halten. Jetzt wird als erstes das Gepäck sortiert und geprüft, was noch trocken ist. Der Rest kommt in die Büsche zum Trocknen, dann gibt es wärmenden Tee. Beim Abendessen, gegen 20 Uhr, haben wir eine Temperatur von 6 Grad C. Neben uns versuchen sich ein spanisch sprechendes Pärchen und zwei Tschechen am Lagerfeuer zu trocknen, was wegen der Nässe aber auch nicht wirklich klappt. Nach uns kommen immerhin doch noch drei Parteien an, die letzte um 21.30 Uhr.

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Am nächsten Morgen begrüßt uns glücklicherweise die Sonne wieder. Wir lassen uns Zeit mit dem Aufbruch und können so die letzten nassen Wanderklamotten, v.a. aber unsere Rucksackträgergurte trocknen. Um 11 Uhr steigen wir auf der Nordseite der Dientes-Kette oberhalb der Vegetationszone zu einem Pass auf. Wir sehen von oben, dass ein Pärchen, das gestern noch spät angekommen ist, bereits wieder umdreht.

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Nach dem Pass umrunden wir die Dientes auf der Ostseite und sehen auf der Südseite in der Ferne bereits die Inseln des Cape Horn Nationalparks. Auf der Südseite geht es nun in Richtung Westen, entlang unzähliger Bergseen bzw. „Lagunen“, die fast alle durch Biberhand entstanden sind. Diese wurden von der Argentinischen Regierung eingeführt, weil man glaubte, den Pelzhandel damit ankurbeln zu können. Geklappt hat das nicht und so sorgen nun 40.000 Biber auf der Isla de Navarino dafür, dass rund um die Lagunen keine Bäume mehr stehen.

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Der Weg wird uns auf der Route teilweise durch Markierungen, v.a. aber durch unzählige Steinmännchen angezeigt. Den Track selbst gibt es erst seit 2001 und das ein oder andere Mal sollte uns die Markierung auch Schwierigkeiten bereiten.

 

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Als wir am Übernachtungsplatz 2 ankommen, entscheiden wir uns, noch zwei Stunden weiterzugehen – ca. die 1. Hälfte der 3ten Strecke. Wir haben während dessen eine wunderbare Aussicht auf die ganze Südseite der Dientes-Kette, insbesondere als uns der Weg über einen weiteren Pass führt. Oben treffen wir die Tschechen vom Vorabend, die ebenfalls den gleichen Entschluss gefasst hatten.

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Wir wollen den Track entweder in 4 Tagen laufen oder einen weiteren Schlechtwetterpuffer nutzen können. Bei dem heutigen guten Wetter kommen wir auch hervorragend voran; die Etappen sind aufgrund des Wetters und der Abgeschiedenheit eh nicht länger als 5 Stunden gewählt worden.

 

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Im Anschluss geht es bergab über große und kleine Geröllfelder bis wir nach 6 ½ Stunden Wandern unseren Schlafplatz finden. Der Abend ist trotz des guten Wetters aber nicht viel wärmer als der erste. Es ziehen zwar Wolken auf, regnet allerdings erst in der Nacht. Wasser kann übrigens aus jedem Fluss ohne weitere Behandlung entnommen werden.

 

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Da morgens das Wetter in Feuerland meistens erst in Fahrt kommen muss, bis es seine unschöne Seite zeigt, haben wir auch heute Morgen noch einmal Glück. Der Tag beginnt mit strahlend blauem Himmel. Nach dem Frühstück wird noch die ein oder andere Blase behandelt und dann geht es los. Die nächsten 1 ½ Etappen wollen bewältigt werden.

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Wir umrunden die Dientes-Kette dieses Mal auf der Westseite und passieren wieder eine Unzahl an gestauten Lagunen; natürlich Biberwerk.

 

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Wir sind mittlerweile wieder in der Baumgrenze angekommen und so queren wir immer wieder auch Sumpflandschaften, Matsch oder Bäche, die das viele Regenwasser sammeln oder abtransportieren. Die Aussicht bleibt nach wie vor fantastisch. Nach einem Aussichtspunkt beginnt für uns ein insgesamt 2-stündiger Umweg. Wir haben die Markierung verloren und die vielen, von dort aus in unterschiedlich falsche Richtungen führenden Fußspuren sind uns keine Hilfe mehr. Als uns unsere Wegauswahl nach einer Stunde wegen der großen Zerklüftung des Tals und der aufgestauten Biberdämme (jetzt sollte uns besser keiner begegnen) nicht weiterbringt kehren wir um und versuchen über das Tal in Richtung unseres nächsten Passes zu queren, um gegebenenfalls auf den richtigen Anstieg zu treffen.

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Das gelingt auch, wenn auch leider erst nahe des Aussichtspunkts. Immerhin sind wir erleichtert als wir wieder unsere „geliebten“ Steinmännchen sehen. Einer bekommt dafür von uns einen extra Hut aufgesetzt. Der anschließende Aufstieg zum Pass gibt noch ein letztes Mal einen traumhaften Blick zurück auf die Dientes.

 

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Man kann sagen, dass wir dieses Bild etwa in der Mitte einmal von links nach rechts und zurück durchwandert haben. Das war unser Umweg 🙂 wobei es hierbei keinen „Weg“ gab. Als wir nach 300 Höhenmetern fast den Pass erreicht haben, treffen aus Westen und aus Osten die sich bereits ankündigenden Regenfronten über uns zusammen. Erst regnet es noch aus Osten auf uns herab, 5 Minuten später aus Westen und noch etwas später hagelt es dann. Vermutlich der Regen, der durch das Aufeinandertreffen der Fronten zunächst einmal in höhere Regionen ausweichen musste, bevor er uns den Passanstieg vollends schwer machen kann. Schließlich haben wir durch den Umweg schon 6 ½ Stunden in den Beinen. Kekse und Schokoriegel werden nun eben im Regen verteilt und im Gehen gegessen. Wir brauchen neue Kräfte für den ebenso steilen Abstieg.

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Immerhin endet das Schauspiel auch so abrupt wie es begonnen hat, so dass wir beim Abstieg zu unserem dritten Rastplatz das lange Geröllfeld ohne weitere Dusche besser voran kommen. Allerdings straft uns das Wetter bei Ankunft noch einmal mit Regen, so dass wir gerade noch unsere Zelte aufbauen können, bevor es wieder richtig los geht. So muss eben im kleinen Zelteingang gekocht werden, was uns nicht davon abhält unsere Kalorienvorräte wieder aufzufüllen. Ein ums andere Mal stellen wir fest, dass wir absolut glücklich sind über die Verlässlichkeit unserer Ausrüstung. Unsere vorab gut gewachsten Bergstiefel sowie unser Regenschutz halten dicht und unsere Schlafsäcke sorgen nachts dafür, dass sich der Körper gut gewärmt erholen kann. Vielleicht mag das dem einen oder anderen Leser etwas überzogen klingen, wenn man allerdings auf diese Dinge tatsächlich reduziert ist, lernt man unter diesen Bedingungen seine Ausrüstung wirklich einmal kennen und schätzen. Schließlich gibt es hier keine schützende Almhütte, die Radler und Schlachtplatte serviert 🙂 auch wenn wir das sicherlich geschätzt hätten, wenn verfügbar.

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Gut ausgeruht und bei teils sonnig, teils bewölktem Wetter, beginnen wir den letzten und leichtesten Teil – den Abstieg hinunter an den Beagle Kanal und zurück nach Puerto Williams. Zunächst geht es durch dichtes Gestrüpp und Wald….

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….dann eröffnet ein Aussichtspunkt den Blick auf Puerto Williams ostwärts.

 

 

 

 

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Entlang der Küstenstraße des Beagle marschieren wir noch weitere 1 ½ Stunden bis zum Ziel. Bevor wir uns in das ersehnte Hostel begeben, genehmigen wir uns noch ein Hähnchen mit Fritten und Bier in dem fast einzigen Dorfrestaurant. Neben den hier lebenden 2000 Einwohnern, gibt es hier einen kleinen Yachthafen, an dem sich Weltumsegler und Kap Horner und Antarktissegler treffen. Dazu im nächsten Eintrag mehr.

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Zurück im Hostel eröffnet sich nochmals ein Blick zurück auf die Dientes, die wir in 4 Tagen umrundet haben und während dessen wir die Natur und das Klima Feuerland eingehend kennen lernen durften. Jetzt werden erst einmal 4 Säcke Wäsche abgegeben.

 

 

Der Name Feuerland kommt übrigens von den unzähligen Feuern, die die ersten Seefahrer hier überall entlang der Ufer brennen sahen. Sie stammten von den Ureinwohnern, die diese ständig am Brennen hielten. Es gab Stämme die, wie z. B. die Yaghan, fast völlig nackt hier lebten, was sie offenbar über eine etwa 2 Grad höhere Körpertemperatur und über 6000 Kcal pro Tag Nahrungsaufnahme bewerkstelligten. Insoweit sind wir schon ziemlich verweichlicht bei der ganzen benötigten Ausrüstung – schließlich ist gerade Sommer hier 🙂 wenngleich sich zum Zeitpunkt des Blogeintrags die Berge rund um den Beagle – so auch unser Track – in deutlich sichtbare weiße Watte namens Schnee einhüllen. Und zwar bis auf eine Höhe von 400m herunter. Gut, dass uns das erspart blieb.



7 02 2012

Dieser Artikel des Dientes Tracks in Feuerland ist uns offensichtlich abhanden gekommen 🙂 Wir werden ihn aber erst in den naechsten Tagen wegen schlechtem Internetzugang wieder einspielen koennen.



26 01 2012

Wir sind am Ende der Welt angekommen: In Tierra del Fuego, genauer gesagt in Ushuaia. Mit uns ist auch Meike angekommen und beginnt mit uns in Feuerland ihre Reise, um uns ein Stück zu begleiten.

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Und so heißt es auch für Meike: Rein in die Wanderschuhe und rauf auf den Berg 🙂 ! Wir beginnen mit einer zweitägigen Wanderung im Tierra del Fuego National Park.

Tag 1: Ein Bus bringt uns in den Park und wir besteigen den Cerro Guanaco (ca. 970m, allerdings von fast Meereshöhe ausgehend).

Besteigung des Cerro Guanaco

Besteigung des Cerro Guanaco

 

 

 

 

 

 

 

Aussicht auf Beagle Channel und Ushuaia

Aussicht auf Beagle Channel und Ushuaia

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 2: Wanderung entlang des Beagle Channels parkauswärts.

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Entlang des Beagles

Entlang des Beagles

 

 

 

 

 

 

 

 

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24 01 2012

Wir hatten euch bereits hier im Blog über die Größe eines Neuseeländischen Muffins informiert. Hier folgt das fast lächerlich kleine Gegenstück aus Südamerika.

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Im Gegenzug nicht zu verachten die Größe einer südamerikanischen Bierflasche (knapp 1 L). Man setzt eben die Prioritäten anders.

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