13 11 2011

Hallo ihr Lieben,
es geht weiter im Blog! Es gibt wieder einiges zu berichten und v.a. mit Bildern zu untermalen. Nachdem wir uns auf den Fijis im Save Energy Modus mental auf die bevorstehende Radtour vorbereitet haben, sind wir nun in die Umsetzungsphase und den High Energy Modus übergegangen. Aber lest selbst:

Unsere bisherige Wegstecke in Kurzform wie folgt (und auch in unserer Routenansicht zu sehen):

Fr. 28.10.: Auckland – Lake Taupo: Überbrücken wir mit dem Bus, die Landschaft sieht aus wie bei den Hobbits, 100 km lang. So viele kleine Hügel gibt’s in den ganzen Alpen nicht.

Sa. 29.10.: Lake Taupo – Campsite an der Nordseite des Tongariro Nationalpark: Es regnet am Ende und es geht immer 50 hm hoch und wieder 50 hm runter – die Feuertaufe für die neuseeländische Landschaft: 87 km (Rad)

So. 30.10.: Tongariro Crossing Track: Eine 20 km/6h Wanderung mit 750m Aufstieg zu den Schwefel qualmenden „Bergen von Mordor”.

Mo. 31.10.: Campsite – Okahune (Südseite Tongariro Park): auf dieser Route erleben wir zum ersten Mal die Schönheit der Neuseeländischen Landschaft. Es ist ein tatsächlich wie in den Alpen – nur wesentlich mehr Schafe: 77km (Rad)

Di./Mi. 01.-02.11.: 2 Tage Okahune – Informal Campsite Athene – Whanganui: Der Trip geht entlang der Whanganui River Road: 75km / 37km (Rad)

Do. 03.11.: Whanganui – Wellington: Überbrückung mit dem Bus und anschließendes Übersetzen mit der Fähre auf die Südinsel nach Picton. Die Einfahrt nach Picton geht durch die Queen Charlotte Sounds, bei Sonne eine Art unglaublich farbenfrohe Fjordlandschaft.

Fr.- So. 04.-06.11.: 3 Tage Picton – Havelock – Nelson – Motueka: Entlang an der Küste der nördlichen Südinsel zwingt uns der starke Wind und später der einsetzende Regen zum Zwischenstopp. An diese Küste muss man aber unbedingt mit dem Segelboot wiederkommen. Die Etappe führt uns an der Rand des Abel Tasman Parks, ein Park mit Bilderbuchstränden, die mit dem gelb-orangenen Stand, den Waldgebieten im Hintergrund und dem tiefblauen bis türkisenen Meer ein Farbenspiel sondergleichen bieten: 37km / 78km / 59km (Rad)

Mo./Di. 07.-08.11.: 2 Tage Seekajatour im Abel Tasman Park. Es finden sich neugierige Robben und einsam schwimmende Pinguine und jede Menge Postkartenmotive. Der Park ließe sich auch zu Fuß an Land durchqueren.

Mi.-Sa. 09.-12.11.: 4 Tage Motueka – Motupiko – Murchison – Reefton – Greymouth. Wir queren von der Nordküste zur Westküste durch verschiedene Täler, in denen viele Kiwis angebaut werden und sich das „Ruhrgebiet“ von Neuseeland befindet, nur deutlich grüner (dazu gleich mehr). Das war allerdings eher ein ordentliches Fitness Programm: 65km / 75km / 92km / 88km (Rad)

Im Folgenden möchten wir euch noch unsere ersten Eindrücke von Neuseeland schildern:

Der Neuseeländer an sich ist immer ein sehr ordentlicher Mensch 🙂 Mit leidenschaftlicher Hingabe widmet er sich seinem Rasen – analog einer Insel nordwestlich von Holland. Wer hier kein Auto hat, hat bei den Entfernungen einfach Pech. Wer hier keinen Rasenmäher hat (wir reden hier direkt über die ganz großen Maschinen zum darauf Sitzen aus dem Baumarkt, drunter macht´s keiner), der muss vermutlich zur Strafe die ganzen Schafe scheren.

Was wir hier am Wegesrand an Rasenmähaktivitäten erleben, sucht seinesgleichen. Das hat natürlich zur Folge, dass es auch überall wie geschleckt und sehr hübsch aussieht – also nichts für ungut. Das hat auch alles seine gute Seite. Man muss sich das wie bei den Schwaben vorstellen. Dort muss zusätzlich auch der Kandel gekehrt werden. Wir vermuten, hier gehört das Mähen des Grünstreifens bis zur Straße ebenfalls zu den Pflichten (oder Freuden) eines Hausbesitzers während der Kehrwoche.

Das „Ruhrgebiet“ von Neuseeland haben wir offensichtlich gestern kennengelernt. Reefton hat zwar nur 1000 Einwohner, aber dort gibt es ein paar verlassene Goldminen und vermutlich auch Kohleabbau, denn die Häuser werden dort interessanterweise alle mit Kohle geheizt. Vor der Kneipe werden die dreckigen Bergarbeiterschuhe geparkt und drinnen ordentlicher Camembert serviert. Wir haben uns aber nicht getraut, dem weiter auf den Grund zu gehen 🙂

An alle Häuslebauer: Alle, die in ihrem Leben schon einmal ein Haus gebaut haben, sei gesagt, seid froh über die deutschen Vorschriften und Regularien. Ihr könnt froh sein, dass ihr zu Doppelglas, ordentlichen Dämmungen und isolierten Wänden gezwungen werdet und ihr nicht zwischen kochend heißem (linker Hahn) und kaltem Wasser (rechter Hahn) Mischmaßnahmen in die Wege leiten müsst, wenn ihr euch mal lauwarm das Gesicht waschen wollt 🙂 Wir vermuten, hier ist noch room for improvement, insbesondere für den Heizbedarf.

Beim Radfahren: Um auf eine weitere Eigenschaft der Neuseeländer zurückzukommen, sei nicht unerwähnt, dass wir uns regelmäßig über deren Respektsbekundungen freuen dürfen. Radfahrer dieser Art sieht man aufgrund der vielen Hügel nicht so oft hier und so werden wir ständig gegrüßt, angefeuert oder angesprochen. Sei es aus den entgegenkommenden Autos oder am Wegesrand. Danke Neuseeländer. Heute hat uns allerdings beinahe ein Zeitungslieferant aus dem fahrenden Auto eine Zeitung an den Kopf geworfen, als er die vor uns liegende Einfahrt beliefern wollte.

Neben den ganzen o.g. absichtlichen Spitzen bestätigen wir natürlich vorbehaltlos, dass Neuseeland ein wundervolles Land mit unglaublich netten und entspannten Menschen ist. Aber kommt nur her, wenn ihr auch genug Zeit im Gepäck habt – und der Klimabilanz zu Liebe.

In der Hoffnung, dass euch das alles interessiert hat, freuen wir uns wie immer auf eure Kommentare und sind bereits gespannt, was wir beim nächsten Update bieten können – ein paar kuriose Themen haben wir jedenfalls schon. Für uns geht es nun weiter auf dem Glacier Highway in Richtung Franz-Josef- und Fox-Glacier. Und nun wie versprochen das wichtigste – einige Bilder der letzten zweieinhalb Wochen:

 

Das Zusammenbauen der Fahrraeder:

Die verschickten Einzelteile werden in Auckland entpackt und zusammengeschraubt...

Die verschickten Einzelteile werden in Auckland entpackt und zusammengeschraubt...

...noch schnell 'ne Hupe montiert...

...noch schnell 'ne Hupe montiert...

...d'r Dom us Kölle wird am Lenker festgeschnallt und fährt mit um die Welt...

...d'r Dom us Kölle wird am Lenker festgeschnallt und fährt mit um die Welt...

...aufgesattelt und fertig sind die Bikes.

...aufgesattelt und fertig sind die Bikes.

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Tag in unserem Tourenplan:

  

Morgens wird gepackt...

Morgens wird gepackt...

 

 

 

 

  

 

...dann geht es immer irgendwo ganz schön den Berg hoch - da is das Ding!...

...dann geht es immer irgendwo ganz schön den Berg hoch - da is das Ding!...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

...oben herrscht meistens eine tolle Aussicht, fast wie in einer Achterbahn...

...oben herrscht meistens eine tolle Aussicht, fast wie in einer Achterbahn...

 

 

 

 

 

 

 

  

  

 

   

...und schließlich gibt einem der Speed in der Abfahrt das ganze Adrenalin zurück, das man beim Hochfahren verloren hat...

...und schließlich gibt einem der Speed in der Abfahrt das ganze Adrenalin zurück, das man beim Hochfahren verloren hat...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

...worauf wir den langen Radfahrtag mit einem kalten, lokalen Bier beenden. Auf gutes Wetter morgen!

...worauf wir den langen Radfahrtag mit einem kalten, lokalen Bier beenden. Auf gutes Wetter morgen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Abel Tasman Nationalpark:

Das vermutlich bekannteste Motiv im Park - der Split Apple Rock

Das vermutlich bekannteste Motiv im Park - der Split Apple Rock

Eine neugierige Robbe

Eine neugierige Robbe

Zwischenstopp

Zwischenstopp

Übernachtungscamp im Park

Übernachtungscamp im Park

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Landschaft entlang unserer Strecke:

Dort oben ging der Tongariro-Crossing-Track entlang - leider gibt es von oben nur Nebelbilder

Dort oben ging der Tongariro-Crossing-Track entlang - leider gibt es von oben nur Nebelbilder

Rückbilck auf den Tongariro National Park - Der Winter war lang und schneereich

Rückbilck auf den Tongariro National Park - Der Winter war lang und schneereich

Zwei-Tages-Fahrt entlang der Whangnui-River-Road

Zwei-Tages-Fahrt entlang der Whangnui-River-Road

Überfahrt von Wellington nach Picton (Südinsel) durch die Queen Charlotte Sounds

Überfahrt von Wellington nach Picton (Südinsel) durch die Queen Charlotte Sounds

Ein schönes Stück Abfahrt bringt uns aus den Bergen zurück nach Nelson an die Küste

Ein schönes Stück Abfahrt bringt uns aus den Bergen zurück nach Nelson an die Küste

Der Himmel in NZ ist deutlich blauer - wir klären noch ab, warum...

Der Himmel in NZ ist deutlich blauer - wir klären noch ab, warum...

Übernachtung am Murchison River

Übernachtung am Murchison River

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

Die Tierwelt:

Schafe auf der Weide...

Schafe auf der Weide...

...Schafe am Strand...Schafe überall!!

...Schafe am Strand...Schafe überall!!



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1 Antwort zu “”

  • Julia sagt:

    Hallo Ihr Zwei, das klingt ja alles unglaublich! Unglaublich schön, unglaublich anstrengend, unglaublich vielseitig, unglaublich unglaublich! Ich kenne Neuseeland überhaupt nicht und bin von Euren Fotos und Beschreibungen total beeindruckt. Ich wünsch‘ Euch weiterhin ganz viel Kraft und Spaß und freu‘ mich schon auf Eure weitere Berichterstattung! Alles Liebe aus dem sonnigen, aber ziemlich kühlen Köln, Julia (viele Grüße von auch von Marion W. :-))

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